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"Textil - Abstrakt": MAK würdigt Textilkünstlerin Fürtler

Heute, 11:44 · Lesedauer 3 min

Von bedruckten Federn bis zum Paravent aus Lochblech, vom Pulswärmer bis zum Abendkleid: Unter dem Titel "Textil - Abstrakt" widmet das MAK - Museum für angewandte Kunst der österreichischen Künstlerin Ursi Fürtler eine Personale, die just am 87. Geburtstag der Künstlerin am Dienstagabend eröffnet. Mittels Siebdruck verwandelt die Künstlerin Stoffe und Materialien in schillernde Kunstwerke, die sich der Alltagsnutzung zu entziehen scheinen.

MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein freute sich im Rahmen der Presseführung über eine weitere starke weibliche Position, die man am Haus in den Fokus rückt. Fürtlers Oeuvre verdeutliche, wie sie mit "Stoff, Faltung und Siebdruck umgeht, sodass der Stoff auf eine ganz besondere Art räumlich wird". Kuratorin Lara Steinhäußer hat sich für die Ausstellung im MAK Forum im Untergeschoß durch das Werk der Künstlerin gearbeitet und exemplarische Werke aus mehreren Jahrzehnten ausgewählt.

Ins Auge stechen sogleich die bunt bedruckten Paravents, die an der Stirnseite der Halle präsentiert werden. Ebenso wie die flexibel tragbaren Kleidungsstücke erinnern sie mit ihren geometrischen Mustern an die Tradition der klassischen Moderne, während andere Arbeiten Anleihen an japanischem und afrikanischem Kunsthandwerk nehmen.

Egal ob Schal, Pulswärmer oder Abendkleid: Ein genauer Blick auf die meist plissierten Stoffe verdeutlicht, wie sehr Fürtler den Faltenwurf für die Ästhetik ihrer Arbeiten zu nützen weiß, wobei die Arbeiten an der Schnittstelle von skulpturalem Objekt und tragbarem Accessoire oszillieren. Ausgestellt sind aber auch jene Gouachen auf Papier, die der Künstlerin als Vorarbeiten für ihre Paravents dienten.

Eigene Werkstatt seit 1983

Lediglich drei bis fünf Schablonen verwendet Fürtler, die an der Modeschule Hetzendorf und der Akademie für angewandte Kunst Druckgrafik studiert hat und seit 1983 ihre eigene Werkstatt in Mödling betreibt, für ihre teils tragbaren Siebdrucke, die fallweise mit ausgefransten Enden oder versteiften Stegen neue Effekte schaffen. Für einzelne Hüte und Kopfschmuck hat sie mit der Künstlerin und Modistin Walli Jungwirth zusammengearbeitet.

Ihr Wissen gab die nunmehr 87-Jährige auch im Rahmen von Lehrtätigkeiten etwa am Seminar Bauhaus Dessau, an der Modeschule Hetzendorf und an der Kunsthochschule Halle an der Saale weiter. 2003 wurde sie mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet, 2016 folgte das Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Über die Personale im MAK zeigte sich das Geburtstagskind sichtlich erfreut.

(S E R V I C E - Ausstellung "Ursi Fürtler. Textil - Abstrakt" im MAK Forum. 18. März bis 14. Juni. www.mak.at )

Zusammenfassung
  • Das MAK zeigt unter dem Titel "Textil - Abstrakt" eine Personale der österreichischen Künstlerin Ursi Fürtler, die am Tag ihrer Ausstellungseröffnung 87 Jahre alt wird.
  • Fürtler verwandelt mit nur drei bis fünf Schablonen und Siebdruck seit 1983 in ihrer Werkstatt in Mödling Stoffe zu abstrakten Kunstwerken, die zwischen skulpturalem Objekt und tragbarem Accessoire oszillieren.
  • Die Ausstellung im MAK Forum präsentiert Werke aus mehreren Jahrzehnten, darunter bedruckte Paravents, plissierte Stoffe und Gouachen, und läuft vom 18. März bis 14. Juni.