APA - Austria Presse Agentur

Stück von Stefanie Sargnagel an Berliner Volksbühne

12. Sept 2020 · Lesedauer 2 min

Aus ihren Beiträgen bei Facebook sind ganze Bücher geworden. Jetzt sind die Sätze der Österreicherin Stefanie Sargnagel auch an der Berliner Volksbühne zu hören. Mit "Iphigenie. Traurig und geil im Taurerland" ist dort am Freitagabend die neue Spielzeit eröffnet worden. Die Inszenierung stammt von Lucia Bihler.

Seit einem Jahr ist Bihler Hausregisseurin der Volksbühne. In ihrer ersten Inszenierung "Final Fantasy" ließ sie Aliens erscheinen. Mit großen Schädeln, schwarzen Augen und verbeulten Körpern erzählten sie die Geschichte von Oscar Wildes "Salome".

Im neuen Stück geht es um Fitness ("Wenn ich mich für ein Jahresabo anmelde, bekomme ich ein kleines Modeschmuckgeschenk. Voll schön!"), Schokoriegel und Selbstbefriedigung. Um sexuelle Belästigung im Callcenter und rechte Wertvorstellungen. Und ums Pupsen.

Dabei fängt die Inszenierung ziemlich klassisch an. Im ersten Teil wird der Mythos nach Euripides erzählt. Nachdem sich Iphigenie opfern will, um den Fortgang des Trojanischen Kriegs zu sichern, wacht sie in einer neuen Welt auf. In fünffacher Ausführung.

Die Jukebox spielt "Like a Virgin". Und Regisseurin Bihler setzt das Stück mit Sargnagels Texten fort. Man kann manches platt finden, aber alles in allem ist das ziemlich lustig. Alle Rollen werden von Frauen gespielt. Auf der Bühne stehen etwa Susanne Wolff ("Styx"), Vanessa Loibl, Teresa Schergaut und Jella Haase ("Fack ju Göhte").

Das Team schafft eine kluge Neufassung. Darin geht es auch darum, als Frau endlich nicht mehr gefallen zu wollen. Nicht mehr so angepasst zu sein. Falls sie plötzlich sterben sollte, wolle sie nur sagen: Sie habe eigentlich nie jemanden wirklich leiden können, sagt eine der Figuren. Und immer so nett zu tun, sei extrem anstrengend. "Bussi!"

Quelle: Agenturen