Streit um Beuys-Frühwerke mit Millionenzahlung beigelegt
Damit kann Moyland die Werke künftig in Eigenregie in Ausstellungen, Katalogen und digital präsentieren. Das Land Nordrhein-Westfalen bezahlte für die Nutzungsrechte einmalig 3,25 Millionen Euro, wie das NRW-Kulturministerium mitteilte.
Für Moyland ist die Einigung ein Befreiungsschlag. Zuvor hatten sich das Museum und Eva Beuys immer wieder Auseinandersetzungen über Ausstellungsrechte geliefert, die teils bis zum Bundesgerichtshof gingen. Bilder mussten abgehängt werden, Ausstellungskataloge erschienen ohne Abbildungen und Gerichte mussten entscheiden, ob Fotos von Beuys' legendären Fettecken-Aktionen ohne Genehmigung von Eva Beuys ausgestellt werden durften.
Künftig kann die Stiftung Museum Schloss Moyland nun Werke vervielfältigen lassen, Abbildungen in Büchern veröffentlichen, Bild- und Tonträger produzieren und auch Beuys-Artikel für den Museumsshop herstellen lassen. Auch die Nutzung für Marketing- und Werbezwecke sowie für Webseiten und soziale Medien ist künftig zulässig.
Besucher und Forschung profitieren
Das Urheberrecht ist nicht übertragbar und bleibt beim Joseph Beuys Estate. Die Erbengemeinschaft ist Rechtsnachfolger des Künstlers. Durch den Vertrag wurden Moyland aber die urheberrechtlichen Nutzungsrechte übertragen.
Mit der Vereinbarung sei es dem Land gelungen, Beuys künstlerisches Erbe dauerhaft zugänglich und sichtbar zu machen, sagte Kulturministerin Ina Brandes (CDU). "Ich bin Eva Beuys und dem Joseph Beuys Estate für diesen Durchbruch sehr dankbar." Davon werde die wissenschaftliche Forschung ebenso profitieren wie die Besucher in Moyland, die das Werk nun ohne Einschränkungen erleben könnten.
Schlüsselwerke von Beuys
In Moyland werden rund 6.000 frühe Werke von Beuys und Zehntausende Dokumente und Fotos aufbewahrt. Darunter sind Zeichnungen, Gemälde plastische Arbeiten und Schlüsselwerke wie die "Hasengräber" oder "Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet".
Die Sammlung im Wasserschloss Moyland geht zurück auf die Brüder Hans und Franz Joseph van der Grinten, die seit Kriegsende mit Beuys befreundet waren. 1997 wurde das mit finanzieller Hilfe des Landes NRW wiederaufgebaute Schloss als Museum mit der Sammlung der Brüder eröffnet. Das Land fördert Moyland aktuell jährlich mit rund 4,5 Millionen Euro.
(S E R V I C E - https://moyland.de/joseph-beuys-archiv/joseph-beuys-archiv/ )
Zusammenfassung
- Das Museum Schloss Moyland und die Erben von Joseph Beuys haben ihren langjährigen Streit um die Nutzungsrechte an Tausenden Werken beigelegt, wofür das Land Nordrhein-Westfalen einmalig 3,25 Millionen Euro zahlte.
- Das Museum erhält nun umfassende Rechte, rund 6.000 Frühwerke von Beuys in Ausstellungen, Katalogen, digital und zu Marketingzwecken zu nutzen, während das Urheberrecht beim Joseph Beuys Estate verbleibt.
- Die Einigung gilt als bedeutender Schritt für Besucher und Forschung, da die Werke nun ohne Einschränkungen zugänglich sind und das Land NRW das Museum weiterhin jährlich mit etwa 4,5 Millionen Euro unterstützt.
