Sparpaket: Rund 20 VBW-Mitarbeier verlieren ihre Jobs
Die einvernehmlichen Vertragsauflösungen "quer durch das ganze Unternehmen" seien in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft zustande gekommen, sagte der VBW-Chef in einer Pressekonferenz, der von "traurigen und emotionalen Gesprächen" mit den Betroffenen berichtete. Die Situation sei "für alle Beteiligten" belastend gewesen. Ziel sei es jedenfalls gewesen, "mit möglichst geringen Auswirkungen für die Belegschaft das Volumen der Lohnkosten zu senken". Das Volumen des Sozialplans bezifferte Patay mit 800.000 Euro. Im Jänner hatte der zur Wien-Holding gehörende Betrieb bereits für entsprechende Spekulationen gesorgt, nachdem eine damals nicht näher genannte Zahl an Beschäftigten beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet worden war.
Um die Personalkosten darüber hinaus zu senken, wurden zudem Altersteilzeiten, Vertragsänderungen, etwa die Höhe von Gagen betreffend, oder Nicht-Nachbesetzungen nach Pensionierungen umgesetzt. Um welche Zahl der zuvor rund 800 Köpfe umfassende Mitarbeiterstand unterm Strich damit schrumpft, konnte Patay nicht beziffern, da es ständig diesbezügliche Fluktuationen gebe, verwies er etwa auf den ohnehin je nach Produktion schwankenden Personalbedarf. Am Jahresende könne man dann einen Vergleich ziehen: "Jetzt ist alles noch im Fluss." Alles in allem wollen die VBW dadurch 2 Mio. Euro pro Jahr einsparen. Der "aktive Personalabbau" sei damit beendet, meinte der Geschäftsführer - wiewohl man etwa die Frage der Nachbesetzungen freilich weiter im Auge behalte.
Ein weiterer Brocken der geforderten Einsparungen soll durch eine Reduktion der Sachkosten hereinkommen. Büroflächen in der Lehargasse wurden verdichtet, Lagerflächen im innerstädtischen Bereich z.B. nach Simmering verlegt, um Mietkosten zu dämpfen. Zudem brachten die Neuausschreibung der Gebäudereinigung sowie der Ersatz von externem Sicherheitspersonal durch rein automatische Alarmanlagen in den Nachtstunden Ausgabendämpfungen. Auch hier sollen künftig 2 Mio. Euro jährlich eingespart werden.
Erwähnt wurde zudem einmal mehr die bereits angekündigte Pausierung der Kammeroper ab der Saison 2026/27. Wie lang die Spielstätte am Fleischmarkt von den VBW nicht bespielt wird, sei noch nicht absehbar, so Patay heute: "Die VBW haben sich jetzt einmal zurückgezogen, aber das muss nicht für immer so sein."
Prognostizierte Mehreinnahmen dämpfen Spardruck etwas
Was den Konsolidierungspfad anbelangt, konnte der Chef aber auch Positives berichten. Dank der hohen Publikumsnachfrage in den VBW-Häusern - also im Musiktheater an der Wien sowie den beiden Musicalstätten Ronacher und Raimund Theater - bei gleichzeitig etwas erhöhter Aufführungsfrequenz im Musicalbereich von sechs auf durchschnittlich 6,5 bis 7 Vorstellungen pro Woche erwartet Patay um 2 Mio. Euro mehr Einnahmen als ursprünglich budgetiert.
Mit all den Maßnahmen - einige davon schlagen sich budgetär erst im nächsten Jahr nieder - komme man jedenfalls auf die für das laufende Jahr nötigen Einsparungen von 5 Mio. Euro, versicherte der VBW-Chef. Er hofft zudem, dass sein Unternehmen 2027 nicht weitere Einschnitte schlucken muss, sondern es bei den 51 Mio. Euro Subventionen bleibt: "Die Sparmaßnahmen sind danach ausgerichtet." Grundsätzlich wünscht sich der Hausherr von der Politik mehr Planungssicherheit.
Was die Planung seiner eigenen Zukunft anbelangt, wollte sich Patay heute nicht in die Karten schauen lassen. Sein Vertrag läuft Ende Oktober aus, eine Neuausschreibung steht noch aus. "Wenn ich mich vom Ausschreibungstext angesprochen fühle, werde ich mich noch einmal bewerben. Wenn nicht, dann eher nicht", so der Leiter, der Mitte Juni 65 Jahre alt wird.
Zusammenfassung
- Die Vereinigten Bühnen Wien müssen ab diesem Jahr mit 5 Mio. Euro weniger Subventionen auskommen und setzen daher ein Sparpaket um, das unter anderem den Abbau von rund 20 Arbeitsplätzen und einen Sozialplan von 800.000 Euro umfasst.
- Durch Personalmaßnahmen wie Altersteilzeit, Vertragsänderungen und Nicht-Nachbesetzungen sowie durch die Optimierung von Büro- und Lagerflächen sollen jährlich insgesamt 4 Mio. Euro eingespart werden.
- Dank hoher Nachfrage und mehr Vorstellungen erwartet das Unternehmen zudem Mehreinnahmen von 2 Mio. Euro, wodurch die nötigen Einsparungen von 5 Mio. Euro für 2024 erreicht werden sollen.
