Sigrist-Werke an Erben von Münchner Galerie restituiert
Die kleinformatigen altdeutschen Werke waren 1936 im Tausch gegen ein großformatiges impressionistisches Werk des dänischen Malers Peder Severin Krøyer (1851-1909) in den Besitz der Staatsgemäldesammlungen gelangt - nur wenige Tage, bevor die Münchner Galerie Brüder Lion gezwungen wurde, ihren Geschäftsbetrieb auf Druck der nationalsozialistischen Behörden zu beenden. Die Forschung des Referats für Provenienzforschung an der neu gegründeten Staatlichen Museumsagentur Bayern hatte ergeben, dass es sich um NS-Raubkunst handelt. Die Werke von Sigrist wurden proaktiv recherchiert und sind seit 2020 bei der Lost Art-Datenbank gemeldet.
"Die Restitution der beiden Kunstwerke ist ein sichtbares Zeichen, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ihre Verantwortung gegenüber den Opfern des NS-Unrechts und ihren Nachfahren wahrnehmen", wird Anton Biebl, Leiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, in einer Aussendung zitiert. Der Anwalt der Erbengemeinschaft dankte dem Museum für die nunmehrige Rückgabe, diese sei jedoch nur als "Start für weitere dringend gebotene Rückgaben" anzusehen. "Wir hoffen auf ein baldiges Umdenken des Freistaats Bayern beim 'Mädchen mit Strohhut' von Friedrich von Amerling möglichst in diesem Jahr 2026. Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun."
Zusammenfassung
- Zwei Gemälde von Franz Sigrist d. Ä. (1727-1803) wurden in München an die Erben der ehemaligen Kunsthandlung Brüder Lion restituiert.
- Die Werke "Lot und seine Töchter" und "Abraham bewirtet die drei Engel" gelangten 1936 im Tausch gegen ein impressionistisches Werk von Peder Severin Krøyer (1851-1909) in den Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.
