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Shakiras Rache hat Tradition im Popgeschäft

15. Jan. 2023 · Lesedauer 4 min

In "Te felicito" und "Monotonía" teilte Popstar Shakira (45) schon ordentlich gegen ihren Ex-Partner Gerard Piqué aus. In ihrem neuen Song "BZRP Music Sessions #53" mit dem Produzenten und DJ Bizarrap scheint die kolumbianische Sängerin aber ihre ganze Wut gegen den Vater ihrer beiden Kinder herauszuschreien.

Shakira und der ehemalige spanische Fußballprofi vom FC Barcelona lernten sich 2010 beim Dreh für das Musikvideo zu ihrem Lied "Waka Waka (This Time for Africa)", dem offiziellen Song der Fußballweltmeisterschaft 2010, kennen. Nach mehr als zehn gemeinsamen Jahren trennten sich die beiden im Sommer 2022. Grund war eine Affäre Piqués mit der deutlich jüngeren Studentin Clara Chia, die in seiner Sporteventfirma Kosmos als Praktikantin arbeitet.

Shakira will nun die spanische Mittelmeermetropole Barcelona verlassen und mit den Kindern nach Miami ziehen. Doch vorher rechnet Shakira in ihrem neuen Song noch mit ihrem Ex ab. Er glaube offenbar, dass er sie verletzt habe, aber er habe sie stärker gemacht, singt Shakira. Auch wenn er sich wie ein Champion gebe, so habe er sich von seiner schlechtesten Seite gezeigt, als sie ihn gebraucht habe. Doch auch Piqués neue Partnerin bekommt ihr Fett ab. Sie sei so viel wert wie zwei 22-Jährige, singt Shakira. Doch damit nicht genug: "Du hast einen Ferrari gegen einen Twingo getauscht, eine Rolex gegen eine Casio."

Auf YouTube wurde der Song in nur 24 Stunden 64 Millionen Mal aufgerufen, auf Spotify 14 Millionen. Rekord eines lateinamerikanischen Künstlers auf diesen Plattformen. Den Fans scheint das Lied zu gefallen. Vor allem aber wohl die Abrechnung mit ihrem Ex. Die Welt liebt es, bei den Trennungen und Rosenkriegen der Promis zuzuschauen.

Ob auf elegante Weise wie Elvis Presley in "My baby left me" oder im aggressiv-gewalttätigen Machostil, den Mick Jagger im Rolling Stones Song "Melody" anschlägt - Rachesongs waren in der Musikgeschichte schon immer erfolgreich und haben zudem eine lange Tradition. Shakira war weder der erste noch der letzte Popstar, der in einem Song mit dem Ex-Partner abrechnet.

Nicht immer sind die Angriffe auf Ex-Partner so explizit wie in Shakiras neuem Song. So grübelte man auch lange darüber nach, ob der Song "Ich mag Dich" von Mountain Crew Frontmann Philipp Rafestseder eventuell eine Abrechnung mit seiner damaligen Ex, der ehemaligen Miss Austria Dragana Stankovic, sei. Manchmal sind es auch Texte verletzter oder einer Beziehung nachweinender Songwriter wie im Fall von Aretha Franklins "Respect" von 1967 oder in Adeles "Someone Like You".

Doch die Popgeschichte ist voll von Rachesongs. So kotze auch Justin Timberlake in seinem Song "Cry Me a River" 2002 so richtig über seine Ex-Partnerin Britney Spears ab, die ihm fremdgegangen war. Britney Spears, die sich zwei Jahre später in ihrem Lied "Everytime" für ihren Seitensprung entschuldigte, verriet der Zeitschrift "Rolling Stone" Jahre später, wie verletzt Timberlake damals gewesen sei.

Unterdessen nannte Felix Brummer, Frontmann der deutschen Band Kraftclub, seine Ex in "Dein Lied" von 2017 einfach nur "verdammte Hure". Auch Popstar Prince nahm in "Eye Hate U" kein Blatt vor dem Mund. Vor zwei Jahren ließ sich auch Shakiras Landsmann, der kolumbianische Popstar Maluma, in seinem Hit "Hawai" über seine Ex Natalia Barulich aus, die mit Brasiliens Fußballstar Neymar Jr. auf den Trauminsel Urlaub verbrachte.

Es war aber wahrscheinlich Alains Morissette, die in ihrem 33 Millionen Mal verkauften Hit "You Oudhta Know" (Du solltest es wissen) von 1995 den offensichtlichsten emotionalen Striptease hingelegt hat. Die damals 21-jährige Sängerin tobte damals vor Wut und Frustration über ihren untreuen Ex und erniedrige sich dabei fast selber in ihrem Song: "Tut mir leid, wenn ich dich jetzt beim Essen damit belästige, aber die Geschwindigkeit, mit der du mich einfach ersetzt hast, das war die eigentliche Ohrfeige. Denkst du an mich, wenn du sie bumst?"

"Sie ist ja wohl sowas, wie die ältere Ausgabe von mir. Ist sie auch so pervers wie ich?", fragt die Sängerin und setzt noch einen drauf: "Und jedes Mal, wenn ich dem Mann, der grade auf mir liegt, den Rücken blutig kratze, dann hoffe ich, dass es Dir weh tut. Tut's dir weh?"

Quelle: Agenturen