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Sex, Drogen und Glam-Rock: Maneskin nicht glatt gebügelt

17. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Maneskin arbeiten mit Max Martin - eine Information, die Fans 2022 nachdenklich gestimmt haben könnte. Nun zeigt das dritte Album der Band, das am 20. Jänner erscheinende "Rush", dass die Kollaboration mit dem schwedischen Hitproduzenten der Gruppe nicht die Schärfe genommen hat. Der typische Maneskin-Groove, der Glam-Rock, der Sex und die Drogen in den Texten sind immer noch da. Dazu gibt es Balladen und Radio-Pophymnen, die der Formation gut zu Gesichte stehen.

"Wir haben viel experimentiert, es gibt langsame Sachen, aber auch aggressive, heavy Songs. Wir zeigen viele Seiten von uns", hatte Bassistin Victoria de Angelis beim Nova Rock 2022 im Gespräch mit der APA angekündigt. Am Festival gaben die Italiener bereits "Gasoline" zum Besten, einen der stärksten Tracks auf "Rush". Es ist ein unglaublich cooler Song, der einen Black Sabbath würdigen Groove aufweist, einen catchy Refrain bietet und sich vom Midtempo bis zur Eruption aufbaut.

Der Rhythmus bleibt auf "Rush" durchgehend (abgesehen von den Balladen) ein Trademark von Maneskin, de Angelis und Drummer Ethan Torchio entwickeln einen mitreißenden, wuchtigen Groove. Und wenn es mal langsamer wird ("Timezone" ist eine hymnische 80er-Ballade, "If Not For You" ein klassischer Lovesong und radiotauglicher, kitschiger Weichspüler), sorgt Damiano David mit seiner unverkennbaren Stimme für den roten Faden.

Es gibt viele typische Maneskin-Glam-Tracks, rockig und tanzbar. Zu einem dieser Songs, "Gossip", hat Tom Morello als Gast eines seiner furiosen, messerscharfen Soli beigesteuert. Einen sehr "bösen" Text umspielt das dadaistische "Bla Bla Bla" ("ha, ha, ha, ha, ha, you broke my heart so I crushed your car ..."), das bereits im Voraus veröffentlichte "Kool Kids" mit seinen ironisch-sarkastischen Lyrics geht als Zwilling durch. Ein weiterer Höhepunkt ist "Feel" mit einem tollen Riff und gelungener Tempo-Verschiebung, angereichert mit typischen Rock-Klischees, die zum Schmunzeln und Mitgrölen verleiten.

Der Opener "Own My Mind" mit seinen "Zitti E Buoni"-Ingredienzien spannt gleich den Bogen vom Gestern zum Heute, ebenso zwei Songs auf Italienisch. Zum Abschluss fahren Maneskin mit "The Loneliest" (auch im Voraus ausgekoppelt) mit einem waschechten Popsong auf, dessen balladesker Refrain auch von einer 80er-Hair-Metal-Band stammen könnte (und wenn da nicht auch Tom Morello seine Finger im Spiel hatte, dann kann ihn Gitarrist Thomas Raggi perfekt kopieren). "Es wird unsere ganze Bandbreite repräsentieren", versprach de Angelis - was das Album auch tut. 17 Tracks bietet "Rush", zwei, drei weniger hätten nicht gestört, aber richtige Füller gibt es keine. Live ist die Band am 28. April in der Wiener Stadthalle zu erleben - das Konzert ist bereits ausverkauft.

(S E R V I C E - https://merch.maneskin.com)

Quelle: Agenturen