APA - Austria Presse Agentur

Sehr persönlicher Film von Paolo Sorrentino in Venedig

02. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Mit einem sehr persönlichen Film über den Tod seiner Eltern ist Oscarpreisträger Paolo Sorrentino beim Festival Venedig ins Rennen um den Goldenen Löwen gegangen. Der italienische Regisseur, der mit "La Grande Bellezza – Die große Schönheit" einen Oscar gewann, zeigte am Donnerstag sein neues Werk "È stata la mano di Dio". Es erzählt von einer Jugend im Neapel der 1980er Jahre, als der Argentinier Diego Maradona einen Vertrag beim lokalen Fußballclub bekommt.

"Die Hand Gottes", wie der Filmtitel übersetzt heißt, erzählt vom jungen Fabietto und dessen Familie. Maradonas Wechsel nach Neapel spielt zunächst nur am Rande eine Rolle, während das Werk die exzentrischen Familienmitglieder vorstellt. Eines Tages jedoch will der Teenager Fabietto unbedingt ein Heimspiel mit Maradona sehen und fährt nicht mit seinen Eltern in die Berge - wo diese umkommen. Die Geschichte hat Parallelen zu Sorrentinos Leben: Der 51-Jährige verlor seine Eltern einst bei einem sehr ähnlichen Unglück.

Auch die neuseeländische Regisseurin Jane Campion, die mit "Das Piano" als erste Frau mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, stellte in Venedig ebenfalls ein Familiendrama vor. "The Power of the Dog" ist mit Benedict Cumberbatch, Kirsten Dunst und Jesse Plemons hochkarätig besetzt.

Cumberbatch und Plemons spielen die zwei Brüder Phil und George, die im US-Bundesstaat Montana 1925 eine große Ranch betreiben. Seit Jahren sind sie eng miteinander verbunden, arbeiten täglich zusammen und haben eine klare Rollenaufteilung. Dann aber heiratet George die Witwe Rose (Dunst), was Phil verletzt und wütend macht. Er beginnt einen Kleinkrieg gegen Rose und versucht, seine Vormachtposition auf der Ranch zu behaupten.

Campion, eine von fünf Regisseurinnen im diesjährigen Venedig-Wettbewerb, fängt die Weite Montanas und das raue Cowboyleben mit atemberaubenden Bildern ein. Sie nimmt sich Zeit für ihre Geschichte, deutet einiges subtil an und entwickelt so einen ganz eigenen Sog. Dabei ist es vor allem Cumberbatch ("Avengers"), der mit seiner intensiven Performance in Erinnerung bleibt. Er verkörpert Phil, der mit seiner eigenen unterdrückten Sexualität zu kämpfen hat, mit einer Mischung aus Hilflosigkeit und toxischer Männlichkeit.

(S E R V I C E - www.labiennale.org/en/cinema/2021)

Quelle: Agenturen