Schweizer Kulturdachverband schlägt wegen Sparpaket Alarm
Die Kultur in der Schweiz sei am Ende ihrer Kräfte angelangt. Seit rund einem Jahrzehnt wisse man, dass die soziale Sicherheit der professionellen Kulturschaffenden in der Schweiz nicht gegeben sei, was spätestens die Covid-Pandemie sichtbar gemacht habe. Zudem sei die Kultur direkt und indirekt von Sparmaßnahmen des Bundes betroffen.
Auch sei schweizerisches Kulturschaffen über die Sprachgrenzen im Inland wie im Ausland zu wenig sichtbar. Hinzu komme die Halbierungsinitiative, die die SRG verkleinern und damit zusätzlich "das Schweizer Kulturschaffen und deren Sichtbarkeit abschaffen will", so Revaz. Sollte nun das Gummiband reißen, dann wäre professionelles Kulturschaffen in der Schweiz nicht mehr möglich, folgert Suisseculture. Dabei sei die Branche ein sogenannter Querschnittssektor, erklärte Alex Meszmer, Geschäftsführer des Verbands.
Es sei in der Politik wie auch im öffentlichen Diskurs zu wenig klar, dass die Kultur in Dialog stehe mit Bereichen wie beispielsweise Bildung und Forschung, der Umwelt, dem Verkehr oder dem Tourismus. Vor diesem Hintergrund hält es Meszmer für falsch, schweizerisches Kulturschaffen auf das Kulturbudget zu reduzieren. Betroffen sei die Branche eben auch von 22 Sparmaßnahmen des Bundes. Wenn beispielsweise bei der SRG die Mittel bei Auslandsmandaten gestrichen würden, werde schweizerisches Kulturschaffen, von Ausstellungen über Auftritte und weitere Veranstaltungen, im Ausland unsichtbar, sagte Meszmer.
Vor diesen Hintergründen machte Suisseculture seine Forderungen klar: Es brauche faire Löhne und Honorare sowie soziale Absicherung bei Krankheit oder Unfall für die Kulturschaffenden; verlässliche Sichtbarkeit im In- und Ausland und den europäischen Anschluss über Creative Europe, ein EU-Programm, an dem die Schweiz allerdings derzeit nicht beteiligt ist.
Zusammenfassung
- Der Schweizer Kulturdachverband Suisseculture warnt angesichts eines Milliarden-Sparpakets des Bundes und 22 geplanter Sparmaßnahmen vor dem Zusammenbruch des professionellen Kulturschaffens in der Schweiz.
- Präsidentin Estelle Revaz betont, dass die Widerstandsfähigkeit der Kulturschaffenden am Limit sei und die soziale Absicherung seit rund zehn Jahren unzureichend ist, was besonders während der Covid-Pandemie sichtbar wurde.
- Suisseculture fordert faire Löhne, soziale Absicherung, mehr Sichtbarkeit im In- und Ausland sowie eine Beteiligung der Schweiz am EU-Programm Creative Europe, an dem das Land derzeit nicht teilnimmt.
