APA - Austria Presse Agentur

"Schütz Museum Engelhartszell" vor Spatenstich

17. Aug 2020 · Lesedauer 4 min

Mit prominenten Gästen wird am Freitag der Spatenstich für ein privates Kunstmuseum in Engelhartszell gefeiert. Neben dem chinesischen Botschafter und dem oberösterreichischen Landtagspräsidenten wird auch Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) erwartet. "Der Bundeskanzler hat leider keine Zeit, er hat aber eine Videobotschaft übermittelt, in der er zum Projekt gratuliert", sagt Josef Schütz.

Mit prominenten Gästen wird am Freitag der Spatenstich für ein privates Kunstmuseum in Engelhartszell gefeiert. Neben dem chinesischen Botschafter und dem oberösterreichischen Landtagspräsidenten wird auch Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) erwartet. "Der Bundeskanzler hat leider keine Zeit, er hat aber eine Videobotschaft übermittelt, in der er zum Projekt gratuliert", sagt Josef Schütz.

Der Sammler und Kunsthändler hat im "Schütz Museum Engelhartszell", dessen Eröffnung im Oktober 2021 geplant ist, Großes vor. Geplant sind eine Dauerausstellung, für deren wechselnde Bestückung er nicht nur auf die 600 Werke (von Klimt, Schiele, Kokoschka, Egger-Lienz, Kolo Moser u.v.a.) aus seiner eigenen Sammlung, sondern auch auf rund 1.200 Kunstwerke von Kunden zurückgreifen kann ("eine Endlosschleife"), sowie drei bis vier Sonderausstellungen im Jahr. Dazu ist ein Programm mit nationalen und internationalen "Artists in Residence" geplant, die drei im Museum zur Verfügung stehende Ateliers nutzen können. Außerdem soll es "Klangwelten von Mozart bis Johann Strauß Sohn" geben. Zurückgegriffen wird dabei auf Material und Konzept einer Ausstellung, die der in Asien als Kurator und Ausstellungsorganisator aktive Kunsthändler für diesen Herbst für China konzipiert hatte, coronabedingt aber nicht stattfinden konnte.

Ein buntes Programm also für ein breites Publikum, wie Schütz vorrechnet: 750 Schiffe mit zwischen jeweils 250 und 500 Passagieren landen pro Jahr in Engelhartszell. Dazu kommt der Radtourismus entlang der beliebten Route Passau-Wien, das Publikum des in der Nähe gelegenen Kurorts Bad Füssing mit 3,5 Millionen Nächtigungen jährlich sowie das Einzugsgebiet des südbayerischen Raums mit mindestens 2,5 Millionen Menschen. "Es liegt strategisch sehr gut", zeigt sich Josef Schütz im Gespräch mit der APA sicher.

Eigentlich hätte das Museum ja in einem zuletzt als Amtshaus genutzten Gebäude aus dem 15. Jahrhundert in Ottensheim errichtet werden sollen. Der Ankauf verzögerte sich jedoch und Schütz entdeckte gemeinsam mit seiner Frau 40 Kilometer stromaufwärts in Engelhartszell ein großes, zum Verkauf angebotenes Grundstück an der Donau. "Im Nachhinein bin ich sehr froh, wie es gelaufen ist, denn nun kann ich einen Neubau ganz nach meinen Vorstellungen realisieren." Den Architektenwettbewerb gewann der Linzer Thomas Blazek mit einem zur Donau hin geöffneten Stahlbeton-Solitär nach Feng-Shui-Prinzipien, samt Wärmepumpe und Photovoltaik. "Das wird das erste Nullenergie-Museum der Welt", so Schütz.

Doch auch hier stieß das Projekt auf Widerstand. Anrainer machten mobil. Der kubische Museumsbau mit 18 Metern Höhe und über 1.200 Quadratmetern Nutzfläche sei zu groß und nicht ortsbildverträglich hieß es, zudem wurden Befürchtungen laut, Massen asiatischer Besucher könnten Engelhartszell in ein zweites Hallstatt verwandeln - schließlich habe Schütz ja beste Verbindungen nach China. Das sei Unsinn, ärgert sich Schütz. Während seine China-Aktivitäten erst langsam wieder anliefen, sei eines sicher: "Durch Corona werden die regionalen Museen sicher gewinnen." Seine große Werner-Berg-Ausstellung in Bayern habe in den vergangenen Wochen Besucherrekorde verzeichnet. Im übrigen gehe die Kampagne vorwiegend auf unmittelbare Nachbarn zurück. "Die politischen Parteien sind alle dafür. Und von der Bevölkerung sind es 99 Prozent", glaubt Schütz.

Zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro wird der frei finanzierte Museumsbau kosten. Bei Land und Bund ist er wegen Förderungen abgeblitzt: Oberösterreich sei nach den Aufregungen rund um die aus Kulturmitteln geförderte KTM-Motohall sehr zurückhaltend, der Bund wolle nur fördern, wenn Geld auch vom Land komme. Abbringen lässt sich Schütz, der Bauunternehmer war, ehe er 1995 den Kunsthandel "Schütz Fine Art" gründete, davon aber nicht. "Das wird eine tolle Sache. Ich freu' mich riesig darauf!"

(S E R V I C E - http://www.schuetz-antik.com)

Quelle: Agenturen