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Salzburger Landestheater frisch herausgeputzt wiedereröffnet

13. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Bei blendender Stimmung hat das Salzburger Landestheater am Samstagabend seine offizielle Wiedereröffnung gefeiert. Mit einer kurzweiligen Eröffnungsgala, die Blitzlichter auf das gesamte Repertoire warf: Kostproben aus Musical, Ballett, Oper und Schauspiel ernteten minutenlangen Schlussapplaus. Intendant Carl Philip von Maldeghem freute sich über einen "fulminant gestalteten Abend".

Sechs Monate lang und für gut 13 Mio. Euro war das Haus saniert worden. Der gesamte Saal erhielt ein neues Parkett und neue Bestuhlung. Die Logen wurden runderneuert, die historische goldene Stuckatur freigelegt und das Deckenfresko aufgefrischt. Nicht zu vergessen die generalüberholte Bühnentechnik. Im Saal hätten sich "ein paar kleinere und größere Wunder" ereignet, bemerkte der Kaufmännische Direktor Bernhard Utz einleitend. Trotz hoher Coronazahlen und Lieferengpässen habe man alles "wie geplant umgesetzt - zeitlich und finanziell".

Auf der Bühne wechselten sich an diesem Abend Künstler, politisch Verantwortliche und Vertreter des Landestheaters ab. Man bekomme ein Gefühl dafür, "was das Haus zu leisten imstande ist", sage LH Wilfried Haslauer (ÖVP). Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) lobte die neue "Infrastruktur, um Kunst auf hohem Niveau darzubieten". Das Haus sei nun zukunftsfit.

Die Runderneuerung sei ein "großer, großer Gewinn" für das "schönste Theater Österreichs", meinte Intendant Maldeghem. Diese Maßnahmen seien "nicht luxuriös, sondern notwendig für eine Gesellschaft" - man schaffe damit einen "nicht rein politischen, säkularen Raum, in dem man die Welt anders denken kann".

Und dass dieses altehrwürdige Theater im neuen Gewand anders denkt als vorher, machte sich schnell bemerkbar. Eingeleitet vom "Vorspiel auf dem Theater" aus Goethes "Faust" entfaltete sich ein abwechslungsreiches Programm, bei dem die modernisierte Bühnentechnik imponierte. Erst schwebte Laura Incko für ihre virtuose Arie aus Mozarts "La Finta Giardiniera" auf einer frei hängenden Plattform herab. Dann fuhr der Opernchor für ein Stück aus Haydns "Die Schöpfung" auf der sich hebenden Drehbühne hinter dem Orchestergraben hervor, bevor eine geschickt choreografierte Akrobatikshow zu Queens "Bohemian Rhapsody" (Daniel Therrien) die neuen technischen Möglichkeiten vollends ausreizte.

Diese neue Mechanik offenbarte sich, ebenso wie die verbesserte Lichttechnik, bei jedem Act. Sei es die grandiose Darbietung eines vermeintlich betrunkenen Balletttrios zu Mozarts "Kleine Nachtmusik", eine fulminante Gruppenszene aus dem Musical "Hair" oder ein emotionaler Ausschnitt aus Michael Endes "Unendlicher Geschichte" mit dem Festspiel- und Theater-Kinderchor. Zum Schluss wurde "Im Feuerstrom der Reben" aus Johann Strauß' "Fledermaus" umgedichtet als Hommage an das renovierte Landestheater. Mit dem euphorischen "Stoßt an, stoßt an!" läutete das gesamte Ensemble schließlich das Finale ein, an dessen Ende Intendant von Maldeghem nur noch den Wunsch nach einem stets begeisterungsfähigen Publikum und unerschöpflicher Fantasie äußerte. Theater sei "eine soziale Kunst - das können wir nur gemeinsam machen". Die Türen des Landestheaters sind jedenfalls wieder geöffnet.

(S E R V I C E - www.salzburger-landestheater.at)

Quelle: Agenturen