Salzburger Festspielkuratorium machte Hinterhäuser Angebot
Hinterhäuser, der bei der Sitzung die verlangte Stellungnahme abgegeben hat, aber offenbar nicht alle Kritik über sein bisheriges Verhalten ausräumen konnte, wolle das ihm gemachte Angebot nun prüfen, so die Salzburger Landeshauptfrau (ÖVP). "Derzeit liegt der Ball bei ihm." Das gelte auch für die Entscheidung über die künftige Schauspielleitung der Festspiele, die einer der Hauptgründe des derzeitigen Vertrauensverlustes des Aufsichtsgremiums ist. Das Kuratorium hatte eine Ausschreibung des Postens verlangt, habe sich aber zu keinem Zeitpunkt in die künstlerischen Belange des Intendanten eingemischt und auch nie dessen Entscheidungskompetenz für diesen Posten bestritten, so Edtstadler. Insofern liege die Entscheidung auch weiterhin bei Hinterhäuser, der die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann für sehr geeignet hält, obwohl diese am Auswahlverfahren nicht teilgenommen hatte.
Der aktuelle Intendantenvertrag von Hinterhäuser endet einen Monat nach den Festspielen 2026. Es gibt eine Vereinbarung über eine dritte Funktionsperiode, die am 1. Oktober 2026 beginnen und regulär bis Herbst 2031 dauern würde. Der Vertrag beinhaltet die Option auf Beendigung nach drei Jahren, die von beiden Seiten gezogen werden kann. Es gebe aber auch eine Klausel, die sein Verhalten gegenüber dem Direktorium und gegenüber Dritten regle, betonte Edtstadler. Diese Bedingung sehe das Kuratorium nicht erfüllt, auch wenn manches ausgeräumt werden konnte.
Hinterhäuser: Kein Verstoß gegen Vorgaben
Hinterhäuser verlas anschließend an das Statement des Kuratoriums seine Erklärung. Er habe bei der Suche der Schauspielleitung alles getan, um dem Auftrag des Kuratoriums nachzukommen. Christian Kircher, der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, als Vertreter des Kuratoriums und er hätten gemeinsam die Bewerbungen gesichtet. "Ich möchte in diesem Zusammenhang betonen, dass ich Christian Kircher dezidiert darüber informiert habe, dass ich Karin Bergmann nach wie vor für eine geeignete Leiterin des Schauspiels halte, sie sich aber nicht beworben hat und auch nicht bewerben wird." Es sei weltweit nicht unüblich, dass sich Persönlichkeiten mit hoher Reputation nicht auf ausgeschriebene Positionen bewerben. Kircher habe gemeint, er sehe kein großes Problem mit der Nichtbewerbung Bergmanns, wolle aber mit seinen Juristen Rücksprache halten. "Einige Tage später versicherte Christian Kircher mir, dass Karin Bergmann auch ohne Bewerbung und Hearing in Betracht gezogen werden kann."
Er habe weder gegen die Geschäftsordnung, noch gegen ein Gesetz oder gegen die Vorgaben einer Ausschreibung verstoßen. Es seien aber Fehler passiert, etwa, dass er das Kuratorium nicht sofort über Kirchers Antwort informiert habe. "Es sind Fehler in der Kommunikation geschehen, aber die Frage an Sie als Kuratorium sei gestattet: Rechtfertigt das, einen derart massiven Vertrauensverlust medial öffentlich zu verkünden?"
Die Kuratoriumssitzung wurde bis 20. März unterbrochen. Bis dahin soll Markus Hinterhäuser klären, ob er das Angebot des Kuratoriums, über das keine Details genannt wurden, annimmt. Eine Schauspielleitung könne er bis dahin jederzeit bestimmen, hieß es am Abend.
Entscheidung über Ersatzspielstätten vertagt
Auf den 20. März vertagt hat das Kuratorium auch die Frage einer Ersatzspielstätte für das Große Festspielhaus, wenn dieses wegen des Umbaus bzw. der Sanierung nicht zur Verfügung steht. Das Kuratorium hatte dazu eine Prüfung in Auftrag gegeben, ob die Sperre des Hauses von zwei Jahren auf ein Jahr verkürzt werden kann.
Zusammenfassung
- Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hat Intendant Markus Hinterhäuser ein Angebot zur Vertragsverlängerung gemacht, weil er laut Kuratorium Bedingungen zur Fortsetzung seines Vertrags über den 30. September hinaus nicht erfüllt habe.
- Ein zentrales Thema bleibt die Besetzung der Schauspielleitung, wobei Hinterhäuser Karin Bergmann favorisiert, obwohl sie sich nicht beworben hat, und Kommunikationsfehler als Grund für den Vertrauensverlust eingeräumt wurden.
