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Salzburger Festspiele: "Gelbe Karte" für Hinterhäuser

03. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Die Vorgangsweise von Intendant Markus Hinterhäuser bei der Neubesetzung der Schauspielleitung hat das Kuratorium der Salzburger Festspiele schwer verstimmt. Bei einer mehrstündigen außerordentlichen Sitzung hat sich das Gremium am Dienstagabend darauf verständigt, dass sich der Intendant bei der nächsten - planmäßigen - Kuratoriumssitzung am 26. Februar erklären muss. Diskutiert wurde heute auch über eine Vertragsauflösung, wie die APA von Mitgliedern erfuhr.

Auslöser der Turbulenzen waren Medienberichte, wonach Hinterhäuser die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann als Favoritin für den Posten bezeichnet haben soll. Dabei hat die 72-Jährige aber weder am Auswahlverfahren noch am Hearing in der vergangenen Woche teilgenommen. Das Kuratorium hatte aber nach dem Wirbel um die Beendigung des Dienstverhältnisses mit der letzten Schauspielchefin Marina Davydova eine transparente Vorgangsweise samt Ausschreibung verlangt. Auf diese haben sich 23 Kandidatinnen und Kandidaten beworben, in der Vorwoche fanden die Hearings statt.

"Die Transparenz und den vertrauensvollen Umgang hat es nicht gegeben", stellte Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP), die heuer den Vorsitz im Kuratorium führt, nach der Sitzung fest. Deshalb gebe es für Hinterhäuser, der selbst nicht bei der Sitzung anwesend war, die gelbe Karte. Es sei einhellige Meinung, dass die Vorgangsweise nicht akzeptabel sei, sagte Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ). "Es ist schon irritierend, wenn das Kuratorium den Auftrag gibt, ein transparentes Hearing zu veranstalten, und dann erfährt das Kuratorium aus den Medien, wer es werden soll."

Eine Auflösung des Vertrags mit Hinterhäuser wurde jedenfalls heute ernsthaft diskutiert. "Das Vertrauen ist enden wollend", sagte ein Kuratoriumsmitglied. Dabei war der Vertrag erst um fünf weitere Jahre bis 2031 verlängert worden, wobei es eine Option zum Ausstieg für das Jahr 2029 gibt.

Entscheidung am 26. Februar

Am 26. Februar muss sich Hinterhäuser gegenüber dem Kuratorium erklären. Dort soll auch entschieden werden, wie es mit ihm als Intendant weitergeht. Außerdem wird beraten, wie bei der Bestellung der Schauspielleitung weiter vorgegangen werden soll. Möglich sei, dass das Verfahren neu aufgerollt wird, so Edtstadler.

Zusammenfassung
  • Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hat Intendant Markus Hinterhäuser wegen mangelnder Transparenz bei der Neubesetzung der Schauspielleitung die "gelbe Karte" gezeigt.
  • Obwohl sich 23 Kandidatinnen und Kandidaten beworben und Hearings stattgefunden hatten, wurde die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann als Favoritin genannt, ohne am Verfahren teilgenommen zu haben.
  • Am 26. Februar muss sich Hinterhäuser vor dem Kuratorium erklären, wobei auch eine Vertragsauflösung diskutiert wird, obwohl sein Vertrag erst bis 2031 verlängert wurde.