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"Satirisches Protokoll" an Andreas Gabaliers Weihnachtshow zulässige Kunstkritik

02. März 2021 · Lesedauer 2 min

Im "Kurier" erschien eine bissige Kritik bzw. ein satirisches Protkoll der Weihnachtsshow von Andreas Gabalier und sorgte für einen Sturm der Entrüstung. Der Artikel landete beim Presserat. Dieser sah keine Beleidigungen sondern zulässige Kunstkritik.

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, heißt es oft. Offenbar doch. Denn eine "satirisches Protokoll", wie der Autor und "Kurier"-Kolumnist Guido Tartarotti seinen Artikel zur Weihnachtsshow von Sänger Andreas Gabalier nennt, hat es bis vor den Österreichischen Presserat geschafft. Tartarotti ist nicht nur bekannt für seine Kolumnen, sondern auch für seine satirischen Protokolle – egal ob zu "Wetten, dass..?", zum "Dschungelcamp" oder eben zur Show von Gabalier. Betitelt mit "Gabalier: Weihnachten auf der HNO-Ambulanz" schrieb der Journalist, der Auftritt höre sich "nach einem Fall für die HNO-Ambulanz" an und Gabalier singe nicht, sondern raunze, schluchze und hauche um die Töne herum "wie ein neugieriges Kind ums Weihnachtspackerl".

Das gefiel weder den Gabalier-Fans, noch dem Künstler selbst. Der selbst ernannte "Volks-Rock'n'Roller" bezeichnete den Artikel in einem "Krone"-Interview als "reinen Hassartikel" und einen Versuch, "Gesellschaftsschichten zu spalten". Es folgte ein Sturm der Entrüstung seiner Anhänger– nach dem Gabalier-Interview.  

Kunstkritik und keine Beleidigung

Nun hat der Presserat damit beschäftigt. Es handle sich dabei um Kunstkritik und nicht, wie von einem Leser beanstandet, um grob beleidigende Aussagen. Die Meinungsfreiheit sei bei Kritiken, die von den eigenen Empfindungen und Wertungen der Journalistin oder des Journalisten geprägt sind, weit auszulegen. Ein Kritiker darf laut Presserat auch solche Meinungen vertreten, die nicht alle teilen oder die schockieren. Zudem genieße Gabalier aufgrund seines hohen Bekanntheitsgrads weniger Persönlichkeitsschutz als eine Privatperson und habe selbst bereits polarisierende Auftritte vollzogen. Deswegen müsse er ein höheres Maß an Toleranz gegenüber scharfer Kritik aufbringen, begründete der Presserat seine Entscheidung in einer Aussendung.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe