APA - Austria Presse Agentur

Philosoph Nida-Rümelin 2021 Festspielredner in Salzburg

20. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Der deutsche Philosoph, Autor und Ex-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin wird am 25. Juli in der Felsenreitschule die Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2021 halten. Das gab das Festival am Dienstag per Aussendung bekannt. "Er ist einer der herausragenden Intellektuellen unserer Zeit. Seine Weltsicht wurzelt in den Ideen der Aufklärung und dem europäischen Erbe. Hellsichtig analysiert er den Zustand unserer Gesellschaft", so Intendant Markus Hinterhäuser.

Der 66-Jährige wird seine Rede dem Thema "Eine humanistische Utopie" widmen. "Der moderne Mensch kann nicht ohne Utopie leben, andererseits wird er durch den Utopismus gefährdet. Ein pragmatischer Humanismus ist die Alternative in unübersichtlichen Zeiten", wird er zitiert. Gerade in einer der großen Menschheitskrisen stelle sich die Frage nach einer besseren Welt besonders dringlich.

Der 1954 in München geborene Nida-Rümelin studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft. Nach Professuren in den USA, Tübingen und Göttingen, lehrt er seit 2009 Philosophie und politische Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München: Ethik, Rationalitätstheorie, politische Philosophie und Kulturtheorie bilden seine Schwerpunkte. Von 1998 bis 2002 war Julian Nida-Rümelin in der Kulturpolitik tätig, zunächst als Kulturreferent der Landeshauptstadt München. 2001 wurde er Kulturstaatsminister in der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, die er zum Ende der ersten Amtsperiode der rot-grünen Koalition im Jahr darauf verließ.

Nida-Rümelin ist Autor zahlreicher Bücher und gefragter Kommentator zu ethischen, politischen und zeitgeschichtlichen Themen. Als Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften leitet er eine Forschungsgruppe zum Thema internationale Gerechtigkeit und institutionelle Verantwortung. Er ist außerdem Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie Direktor am Bayerischen Institut für digitale Transformation. Seit Mai 2020 ist er stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrats. Für sein Buch "Digitaler Humanismus" erhielt Nida-Rümelin 2019 in Österreich den Bruno-Kreisky-Preis für das beste politische Buch des Jahres.

"Sein Titel 'Eine humanistische Utopie' passt in jedem Sinne zu den Salzburger Festspielen", sagte am Dienstag auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Das Festival sei als Friedensprojekt, also als humanistische Utopie, mitten im Ersten Weltkrieg ersonnen worden. "Pax=Friede ist daher der Titel der Ouverture spirituelle, mit der wir ab 18. Juli des 100-Jahr-Jubiläums der Festspiele musikalisch gedenken wollen."

Das eigentliche 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele hätte schon 2020 stattfinden sollen. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie wurden das Jubiläumsprogramm verkürzt und jene Projekte, die nicht zur Ausführung gebraucht werden konnten, auf das heurige Jahr verschoben. Den Titel "100-Jahr-Jubiläum" haben die Festspiele dennoch beibehalten.

Quelle: Agenturen