"Niemands Töchter": Judith Hoersch über Mütter und Töchter
"Niemands Töchter" wird in vielfachen Rückblenden über einen Zeitraum von 40 Jahren erzählt und spielt hauptsächlich in Berlin und in der Eifel. Alma ist eine alleinstehende erfolgreiche Programmdirektorin, die sich in einer Sinnkrise befindet. Die ehemalige Balletttänzerin Isabell hadert dagegen mit ihrer Rolle als Mutter, die sie nicht auszufüllen vermag.
Um problematische Mutterschaften geht es auch bei Gabriele und Marie, die beide einer älteren Generation angehören. Die Biografien stehen zunächst lose nebeneinander, erst nach und nach wird deutlich, welche feinen Linien zwischen den Frauen verlaufen.
Wegen der vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel ist es nicht immer ganz einfach, der Handlung zu folgen. Doch gelingt es Hoersch sehr gut, Spannung aufzubauen. Auch wenn man manche Zusammenhänge früh ahnt, überrascht der Roman doch mit unerwarteten Wendungen und überzeugt durch ein stimmiges Zeit- und Lokalkolorit.
(Von Sibylle Peine/dpa)
(S E R V I C E - Judith Hoersch: "Niemands Töchter", Piper Verlag, 384 Seiten, 24,70 Euro)
Zusammenfassung
- Judith Hoerschs Roman 'Niemands Töchter' erzählt auf 384 Seiten die miteinander verwobenen Geschichten von vier Frauen über einen Zeitraum von 40 Jahren.
- Im Mittelpunkt stehen komplexe Mutter-Tochter-Beziehungen, die sich in Berlin und der Eifel entfalten und durch zahlreiche Rückblenden und Perspektivwechsel geprägt sind.
- Der Roman überzeugt mit stimmigem Lokalkolorit, überraschenden Wendungen und einer dichten Atmosphäre, auch wenn manche Zusammenhänge früh erkennbar sind.
