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Musikerin Sophie Hunger erhält Rauriser Literaturpreis 2026

Heute, 12:04 · Lesedauer 3 min

Bisher ist die Singer-Songwriterin Sophie Hunger meist für ihre Musikprojekte mit renommierten Preisen bedacht worden, nun erhält die Schweizerin eine Auszeichnung für ihre Arbeit als Autorin: Für ihren Debüt-Roman "Walzer für Niemand" bekommt Hunger den Rauriser Literaturpreis 2026. Der Förderpreis geht an Andreas Neuhauser für seinen Text "Linz-Wegscheid". Das gab Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekannt.

"Wir zeichnen heuer einen internationalen Star aus. Die erste Überlegung nach der Juryentscheidung war: Kommt sie überhaupt?", sagte Manfred Mittermayer, der gemeinsam mit Ines Schütz, das Programm für die Rauriser Literaturtage verantwortet. Sie finden heuer vom 25. bis 29. März statt. Hunger kommt, freut sich das Team. "Und wir können davon ausgehen, dass sie auch kurz Musik machen wird", kündigte Mittermayer an. Das literarische Debüt der Musikerin wird von der Jury als ein Werk gelobt, "das sich mit tiefer Empathie und gleichzeitig formaler Klarheit gängigen Erzählmustern entzieht und gerade darin überzeugt". Der Text entwickle sich "entlang der Coming-of-Age-Geschichte einer symbiotischen Freundschaftsbeziehung und entfacht dabei eine dichte, atmosphärische Spannung, einem Walzer nicht unähnlich, dessen Kreisbewegung zugleich die Tanzenden verbindet und sachte trennt". Der Rauriser Literaturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Land Salzburg vergeben.

Der aus Oberösterreich stammende Andreas Neuhauser erhält den vom Land Salzburg und der Gemeinde Rauris gestifteten Rauriser Förderpreis 2026 in der Höhe von 5.000 Euro. "Der vollständige Verzicht auf ein Narrativ stellt ebenso einen mutigen Schritt dar wie das kunstvolle Fortspinnen des Textes, der mit einer handelsüblichen Karte des Großraums Linz im Maßstab 1:15.000 einsetzt und den Leser auf eine unorthodoxe Stadtteilerkundung mitnimmt", begründete die Jury.

Die Literaturtage kreisen heuer um das Thema "Lieben". Trotzdem werde es "kein Kuschelprogramm", meinte Mittermayer. In Zeiten von Entsolidarisierung, imperialer Politik und dem Abbau demokratischer Strukturen sei es wichtig, sich mit anderen Möglichkeiten des privaten und gesellschaftlichen Miteinanders auseinanderzusetzen. Es gehe um die Frage, wie aktive Zuwendung zum Mitmenschen, zur Gesellschaft oder zur Natur überhaupt gehen könne.

Neben den beiden Preisträgern werden heuer unter anderem Marlene Streeruwitz, Norbert Gstrein, Feridun Zaimoglu, Eva Schmidt, Andrea Grill oder Ulrike Draesner lesen. Die Poetry-Slam-Szene ist mit Katharina Wenty, Bela Rothenbühler und Bas Böttcher vertreten, die Lyrik durch Angelika Reitzer, Michael Donhauser und Silke Scheuermann. Anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann wird es unter dem Titel "Liebesmüh in alle Zeit verloren" ein Gespräch über Literatur geben, kündigten Mittermayer und Schütz an.

(S E R V I C E - 55. Rauriser Literaturtage "Lieben", 25. bis 29. März 2026, Rauris, www.rauriser-literaturtage.at )

Zusammenfassung
  • Sophie Hunger erhält für ihren Debütroman "Walzer für Niemand" den mit 10.000 Euro dotierten Rauriser Literaturpreis 2026, wie bei einer Pressekonferenz des Landes Salzburg bekanntgegeben wurde.
  • Der Rauriser Förderpreis 2026 in Höhe von 5.000 Euro geht an Andreas Neuhauser für seinen Text "Linz-Wegscheid", der von der Jury für seinen Verzicht auf ein klassisches Narrativ gelobt wird.
  • Die 55. Rauriser Literaturtage finden vom 25. bis 29. März 2026 unter dem Motto "Lieben" statt und bieten ein vielfältiges Programm mit Lesungen und Diskussionen, unter anderem zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann.