APA - Austria Presse Agentur

Museum der Moderne Salzburg startet nach dem Lockdown durch

11. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg in Salzburg darf endlich wieder seine Pforten öffnen und lockt mit zwei neuen Ausstellungen, wovon eine Österreichpremiere feiert. Auch die Besucher nehmen die Wiedereröffnung gut an. Eigentlich kann es sich Museumsdirektor Thorsten Sadowsky auch nicht erklären, warum es bisher noch kein Museum in Österreich in Erwägung gezogen hat, dem Schweizer Künstler Not Vital eine museale Einzelausstellung zu widmen.

Im Gespräch mit der APA betonte Sadowsky allerdings, wie sehr es ihn freue, dass das MdM nun diese Chance ergreife. Die Räumlichkeiten in der zweiten Ausstellungsebene seien ideal geeignet, um die Skulpturen des Künstlers zu zeigen. Insgesamt 21 Skulpturen, drei Installationen und 144 Zeichnungen Not Vitals sind bis 13. Juli 2021 zu sehen.

Der Künstler aus dem Engadin sieht sich selbst als Künstlernomaden und hat Ateliers auf der ganzen Welt. In seinen Arbeiten ist stets eine starke Bindung zur Natur zu erkennen, etwa bei den Materialien für seine "Houses to watch the Sunset", die er auf verschiedenen Kontinenten aus lokalen Materialien erbaut hat, und von dem ein Modell in der Ausstellung zu sehen ist. Aber auch surrealistische und humorvolle Einschläge zeigen sich. Von einem Selbstbildnis ausgehend verwandelt der Künstler sich in einen Esel, oder lässt Schuhe für Ohren oder Gehirn anfertigen, die ebenfalls in der Ausstellung "IR" zu sehen sind. Der Titel bedeutet im Rätoromanischen "gehen" und spannt den Bogen um Vitals Schaffen, das stets von Aufbruch und Rückkehr motiviert ist.

Bei der zweiten neuen Ausstellung im Museum der Moderne handelt es sich um eine Doppelausstellung des deutschen Filmemachers Harun Farocki und der österreichischen Grafikerin und Malerin Florentina Pakosta. Hier werden Werke zweier politisch motivierter Künstler gezeigt, die beide in den 70er-Jahren begannen in ihrem Medium zu arbeiten und die auf ihre Art den Fragen von Machtstrukturen nachgehen. In den Filmen Farockis sind es klassische Machtstrukturen, die Auffallen. So hat er beispielsweise Überwachungsvideos amerikanischer Gefängnisse zusammengeschnitten, in denen Besucher Insassen gegenübersitzen, denen sie maximal die Hand reichen dürfen. Pakostas Annäherung ist dagegen subtiler und vor allem feministisch orientiert. Im ersten Ausstellungsraum vergleicht sie in einer Aneinanderreihung von Porträts ihre eigenen Gesichtszüge mit denen mächtiger Männer ihrer Zeit, die alle eine maskenhafte Mimik verbindet. Auch aus ihrer zweiten Schaffensphase, in der sie sich ins malerische Abstrakte gewandt hat, werden Werke gezeigt. Die Doppelausstellung "Physiognomie der Macht" läuft bis 5. April 2021.

Quelle: Agenturen