APA - Austria Presse Agentur

Museen in Wien und NÖ müssen erneut Eröffnungen verschieben

13. Apr 2021 · Lesedauer 4 min

Mit der Verlängerung des Lockdowns in Wien und Niederösterreich bleiben auch Galerien, Museen und Ausstellungshäuser bis Anfang Mai geschlossen. Damit fallen in den kommenden Wochen zahlreiche für die Zeit nach dem 18. April geplante Ausstellungseröffnungen flach. Seitens der Häuser kommt Verständnis und die Hoffnung, dass die Maßnahmen wirken und Anfang Mai aufgesperrt werden kann. Die Anzahl an geschlossenen neuen Ausstellung ist allerdings groß.

Auf dem Programm der kommenden Wochen standen etwa die MAK-Präsentation "Breathe Earth Collective. Klima-Kultur" und die Großausstellung "Die Frauen der Wiener Werkstätte", die nun länger ihrer Eröffnung harren. MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein zeigte sich in einem Statement gegenüber der APA enttäuscht, man freue sich sehr auf die beiden Ausstellungen. "Insofern schmerzt uns die Lockdown-Verlängerung sehr." Man werde nun "mit unseren Partnern alles daran setzen, das Eröffnungsdatum der Vienna Biennale for Change Ende Mai zu halten. "Denn viele Menschen sehnen sich gerade jetzt nach zukunftsweisenden künstlerischen Impulsen."

Fertig aufgebaut wartet auch die neue Ausstellung im Leopold Museum, "The Body Electric", auf bessere Zeiten. Ausgangspunkt der Schau, die nun erst im Mai eröffnen kann, ist eine Gruppe kürzlich entdeckter Zeichnungen von Erwin Osen (1891-1970), der auch Weggefährte und Modell von Egon Schiele (1890-1918) war. Direktor Hans-Peter Wipplinger zeigte sich gegenüber der APA routiniert: "Wenngleich Museen wichtige Orte zum Aufbau der Resilienz von Menschen darstellen, so müssen auch die Museen ihren Beitrag leisten, um die Pandemie einzudämmen. So schwer es emotional auch fällt die Häuser weiter geschlossen zu halten, so unerlässlich sind solche Maßnahmen." Je wirksamer die Maßnahmen seien, "desto früher werden wir das Gefühl der Ohnmacht hinter uns lassen können und zu einer Situation der Normalität zurückkehren. Für diese Zeit danach, die kommen wird, arbeiten wir derweil intensiv hinter verschlossenen Türen."

Nicht anders geht es der Albertina, die mit "Post-Radikale Malerei" mit Arbeiten von Jakob Gasteiger bereits die zweite für dieses Frühjahr geplante Ausstellung nicht eröffnen kann. Ohnehin erst ab dem 30. April stand ebendort Xenia Hausners Ausstellung "True Lies" auf dem Programm, hier kommt es (voraussichtlich) nur zu einer kurzen Verzögerung. Die Auseinandersetzung des Belvedere 21 mit der sogenannten Wotruba-Kirche auf dem Georgenberg in Wien-Mauer soll nun am 6. Mai aufsperren. "Haltung und Pose" kann Elfie Semotan im KunstHausWien ebenfalls erst später als geplant zeigen. Geschlossen bleiben nicht nur die Lesesäle der Österreichischen Nationalbibliothek, auch die für Ende April geplante Eröffnung der Ausstellung "Reise in die Vergangenheit" im Prunksaal und die Wiedereröffnung des Papyrusmuseums muss noch etwas zuwarten.

Weiters bleibt nicht nur die "Steiermark-Schau" im mobilen Pavillon am Wiener Heldenplatz geschlossen, auch die Ausstellung "maybe manifested" im Kunsthistorischen Museum (Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien) bleibt weiter unbesucht. Ebenso verhält es sich in der MUSA-Startgalerie mit Melanie Enders Ausstellung "smooth, so surface! oh yeah". Ohnehin keine Ausstellungseröffnungen waren in der Landesgalerie Niederösterreich und im Karikaturmuseum Krems geplant, in der Kunsthalle Krems muss der Start der ab 30. April geplanten Installation "Chaos Theory" des Künstlerkollektivs Metahaven in Kooperation mit dem Donaufestival auf 4. Mai verschoben werden. Im Forum Frohner wurde "Antworten auf die Wirklichkeit. Adolf Frohners Begegnung mit dem Nouveau Réalisme" bis 9. Mai verlängert.

"Ich bedauere es zutiefst, wenn in Österreich das kulturelle Leben weiter still stehen muss", reagierte Eva Engelberger, operative Geschäftsführerin der Kunstmeile Krems Betriebs GmbH, auf APA-Anfrage. Die Kunstmeile Krems trage die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie selbstverständlich mit. "Dennoch werde ich nicht müde zu betonen, dass ein Museumsbesuch sicher ist. Nicht nur die Museen, sondern die gesamte österreichische Kulturlandschaft hat in den letzten Monaten bewiesen, dass sie keine Anstrengungen und Mühen scheuen, damit die Menschen in Österreich Kunst und Kultur erleben können."

Quelle: Agenturen