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Mit Andrew, ohne Harry: So feiert die Royal Family Weihnachten

25. Dez. 2022 · Lesedauer 5 min

Mit Skandalprinz Andrew, aber ohne den entfremdeten Prinzen Harry hat die königliche Familie das erste Weihnachtsfest ohne die Queen gefeiert. Mit König Charles III. an der Spitze erschienen die Royals am ersten Weihnachtstag erstmals seit der Pandemie wieder zum traditionellen Gottesdienst nahe ihrer Residenz Sandringham in Ostengland.

In seiner ersten Weihnachtsansprache als König sprach Charles III. Familien in Not sein Mitgefühl aus.

"Zeit großer Angst und Not"

Der Monarch sagte in der am Sonntagnachmittag im Fernsehen übertragenen Rede, es herrsche eine "Zeit großer Angst und Not". Das gelte weltweit für alle, die Konflikten, Hungersnöten oder Naturkatastrophen ausgesetzt seien, sowie diejenigen, "die Wege finden, ihre Rechnungen zu bezahlen und ihre Familien zu ernähren und warm zu halten".

Millionen Menschen in Großbritannien haben mit gestiegenen Lebensmittelpreisen und Energiekosten zu kämpfen.

Erste Weihnachtsansprache durch König

Es war das erste Mal, dass ein König die TV-Weihnachtsansprache hielt. Charles' Mutter Queen Elizabeth II. hatte sich 1957 als erste Monarchin zu Weihnachten übers Fernsehen an die Bevölkerung gewandt. Die Rede der Königin wurde damals live übertragen, mittlerweile ist es längst eine Aufzeichnung.

Die Rede von Charles wurde am 13. Dezember in der St.-Georges-Kapelle in Windsor aufgenommen. Unter der Kirche auf dem Gelände von Schloss Windsor ist die Queen beigesetzt, die am 8. September nach 70 Jahren auf dem Thron gestorben war.

In der Ansprache fand Charles persönliche Worte für seine "geliebte" Mutter. Die Feiertage seien eine "ergreifende Zeit" für Hinterbliebene, sagte der König. "Wir spüren ihre Abwesenheit zu jeder vertrauten Jahreszeit und erinnern uns an sie bei jeder geschätzten Tradition."

Er teile mit der gestorbenen Queen den Glauben an Menschen, die das Leben anderer mit Güte und Mitgefühl berühren könnten. Dies sei "die Essenz unserer Gemeinschaft und das Fundament unserer Gesellschaft", sagte der 74-Jährige.

Viel Dankbarkeit

Charles dankte dem Militär, den Mitarbeitern im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Lehrern und allen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst für ihren "selbstlosen Einsatz". Sie würden mit viel Menschlichkeit bereitwillig auf die Not anderer reagieren. "Ich möchte besonders all den wunderbar freundlichen Menschen Anerkennung zollen, die so großzügig Lebensmittel oder Spenden oder das wertvollste Gut von allen, ihre Zeit, spenden, um die Bedürftigsten zu unterstützen", sagte der König.

In Sandringham trug Prinz Louis (4), der jüngste Sohn von Thronfolger Prinz William und Prinzessin Kate, bei recht milden Temperaturen kurze Hosen. Zahlreiche Schaulustige warteten teils Stunden, um einen Blick auf die Royals zu erhaschen.

Weihnachten im Zeichen der Queen

Für die Royals stand Weihnachten ganz im Zeichen von Queen Elizabeth II. Die Mutter von Charles war am 8. September nach 70 Jahren auf dem Thron gestorben. Prinzessin Kate widmete der Königin ein Weihnachtsliedersingen in der Londoner Westminster Abbey, das sie organisiert hatte und das am Heiligen Abend im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Dabei würdigte sie das "unglaubliche Vermächtnis" der Queen, das "viele von uns zutiefst inspiriert" habe. Kates und Williams Kinder Prinz George (9) und Prinzessin Charlotte (7) sangen laut mit.

Auch Charles und seine Ehefrau Königin Camilla zählten zu den insgesamt 1.800 Gästen bei der Veranstaltung. Kate und Tochter Charlotte trugen ebenso burgunderrote Mäntel wie auch Queen-Enkelin Zara Tindall. Thronfolger William las einen Auszug aus der Weihnachtsbotschaft der Queen von 2012.

Demonstrativ geschlossenes Auftreten

Britische Medien betonten vor allem das demonstrativ gemeinsame Auftreten der Royals. Damit hätten sie ein Zeichen der Geschlossenheit gegen die Vorwürfe von Williams jüngerem Bruder Harry und dessen Ehefrau Herzogin Meghan in der Netflix-Serie "Harry and Meghan" gesetzt. Der zweite Teil der Serie war am 15. Dezember bereitgestellt worden, dem Tag von Kates Weihnachtssingen.

Die Fronten zwischen Harry und Meghan, die mit ihren Kindern Archie und Lilibet in Kalifornien leben, und der Familie in England gelten als verhärtet. Wiederholt hat das Paar dem Palast mangelnde Unterstützung und Rassismus vorgeworfen. In seiner ersten Ansprache als König hatte Charles zwar seine Liebe zu den beiden bekundet.

Doch angesichts der Netflix-Serie und der für 10. Jänner geplanten Veröffentlichung von Harrys Autobiografie habe die Entfremdung zugenommen, hieß es in London. Eine Einladung, Weihnachten gemeinsam in England zu feiern, habe Harry abgelehnt.

Prinz Andrew trotz Vorwürfen vor Ort

Unter den Besuchern des Gottesdienstes in Sandringham waren dafür aber beide Brüder von Charles, also auch der in einen Skandal um sexuellen Missbrauch verwickelte Prinz Andrew. Er erschien mit seinen Töchtern, den Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, und deren Ehemännern.

Wie die Zeitung "Sun" jüngst berichtete, hat Andrew in der Royal Family einen zunehmend schwierigen Stand. Charles habe den 62-Jährigen aus dem Buckingham-Palast geworfen, schrieb das Blatt. Andrew dürfe dort kein Büro mehr nutzen und dürfe das Stadtschloss auch nicht mehr als Korrespondenzadresse nutzen. "Jegliche Anwesenheit im Palast ist offiziell beendet", zitierte die Zeitung eine Quelle.

Erste Weihnachtsansprache von Charles

Nach einem Festschmaus wollten die Royals am Nachmittag gemeinsam die erste Weihnachtsansprache von Charles sehen, die der Monarch bereits vor knapp zwei Wochen aufgezeichnet hatte. Die Tradition wurde 1932 von Charles' Urgroßvater König George V. begründet. Es war nun das erste Mal, dass ein König die TV-Weihnachtsansprache hielt.

Charles' Mutter Queen Elizabeth II. hatte sich 1957 als erste Monarchin zu Weihnachten übers Fernsehen an die Bevölkerung gewandt. Anders als die Britinnen und Briten gab es bei den Royals am Christtag in der Früh keine Geschenke. Die Bescherung findet traditionell bereits am Heiligen Abend statt - das liegt an den deutschen Wurzeln der Familie.

Quelle: Agenturen / Redaktion / mbe