APA - Austria Presse Agentur

Metropolitan Museum New York: Welcome Back!

30. Aug 2020 · Lesedauer 5 min

Es war ein bewölkter, aber schöner Samstag für den in Wien geborenen Max Hollein (51), der vor zwei Jahren Direktor des Metropolitan Museum of Art wurde. Er stand mit Mund-Nasen-Schutz am Eingang des Met und begrüßte persönlich die ersten Gäste, nachdem das Museum wegen der Coronapandemie für fünfeinhalb Monate geschlossen worden war. "Es ist ein glücklicher Tag", so der Direktor zur APA.

Es war ein bewölkter, aber schöner Samstag für den in Wien geborenen Max Hollein (51), der vor zwei Jahren Direktor des Metropolitan Museum of Art wurde. Er stand mit Mund-Nasen-Schutz am Eingang des Met und begrüßte persönlich die ersten Gäste, nachdem das Museum wegen der Coronapandemie für fünfeinhalb Monate geschlossen worden war. "Es ist ein glücklicher Tag", so der Direktor zur APA.

Das Met, eine der größten Touristenattraktionen von New York City, hatte noch nie zuvor länger als drei Tage geschlossen - und das nur wegen schlechtem Wetter. Als es also am 13. März für fünfeinhalb Monate seine Türen schloss, war das beispiellos. Dementsprechend groß waren der Andrang und die Freude bei der gestrigen Wiedereröffnung. Für die ersten Besucher gab es tosenden Applaus und Blitzlichtgewitter. Eine Frau warf die Hände in die Höhe und tanzte gar ins Museum.

"Das ist ein besonderer Tag für uns, auf den wir uns lange vorbereitet haben", erzählte Hollein. Die Coronakrise hat die Kulturbranche von New York hart getroffen, nachdem die Stadt im März und April eines der weltweiten Zentren der Pandemie wurde. Alle Museen, Kinos und Theater wurden geschlossen. "Es ist ein wichtiges Signal für das Met und seine Besucher, aber auch für New York, dass wir zu einem gewissen Level an Normalität zurückkehren", so Hollein. Hinter ihm auf der Außenfassade das Met hingen zwei riesige weiße Banner: "Dream" steht auf dem einen. "Together" antwortet der andere. Beide stammen von der japanisch-amerikanischen Künstlerin Yoko Ono.

Der Direktor hat die vergangen fünfeinhalb Monate im verlassenen Museum verbracht und war jeden Tag im Büro. "Es hat sich so angefühlt als wären die Kunstwerke und Galerien verstummt, und das ist jetzt ein Moment wo wir alle wieder in einen wunderbaren Dialog mit Kunst treten."

Es kann nicht leicht gewesen sein. Das Metropolitan Museum rechnet mit einem Umsatzverlust von 150 Millionen US-Dollar für das Jahr 2020 und hat seine Belegschaft durch Entlassungen, Urlaubstage und vorzeitige Pensionierung um 20 Prozent geschrumpft. Kunstwerke zu verkaufen, um finanzielle Mittel anzuschaffen, ist momentan keine Option für Hollein. "Wir überlegen das nicht, aber es gibt andere amerikanische Institutionen für die es diese Möglichkeit gibt."

Er hat aber verschiedene Maßnahmen treffen müssen, um die Ausgaben zu reduzieren. "Wir haben Mittel umgelegt, die wir zum Beispiel früher für Werbung verwendet hätten. Wir mussten unsere Mitarbeiter um 20 Prozent reduzieren. Insofern haben wir schon auf diesen finanziellen Impact der Krise reagiert. Auch vorhersehend für die nächsten zwei Jahre, weil wir wissen, dass unsere Besucherzahlen nicht die 7-Millionen-Marke erreichen werden, die wir vorher gehabt haben, sondern deutlich darunter. Das hat natürlich mit dem Fehlen des internationalen Tourismus zu tun."

Angesichts der anhaltenden Reisebeschränkungen der Pandemie wird das Met jetzt hauptsächlich eine New Yorker Institution sein. In der Vergangenheit konnte das Met an einem guten Tag mehr als 5.000 Besucher pro Stunde erwarten. Jetzt wird das Museum die Menge auf einen Stundensatz von 2.000 begrenzen, die Öffnungszeiten reduzieren und dienstags und mittwochs schließen.

Natürlich gibt es genug Gründe, angespannt zu sein. Werden die Menschen zurückkehren? Wird das Virus in New York wieder aufflammen und das Museum möglicherweise wieder schließen? Hollein gibt sich vorsichtig optimistisch: "Es ist gut, dass wir wieder eröffnen. Wir hoffen, dass es keine zweite Welle gibt, insofern bewegen wir uns Monat für Monat vorwärts."

Monatelang wurde daran gearbeitet, einen Weg zur sicheren Wiedereröffnung zu finden. Und gestern wurden diese Sicherheitsmaßnahmen auf die Probe gestellt, während sich die ersten Gäste für Körpertemperaturmessungen anstellten - und sechs Fuß, also etwa 1,8 Meter, voneinander entfernt standen. Mit Applaus hieß man den allerersten Besucher willkommen. "Es fühlt sich großartig an wieder hier zu sein", sagte Stephen Galiczynski, ein Künstler, der die Gelegenheit nutzte, ein bisschen Eigenwerbung zu machen und jedem Journalisten eine Visitenkarte in die Hand drückte. Gesundheitliche Sorgen mache er sich keine. "Jeder trägt eine Maske, und wir halten alle Abstand", meinte er gegenüber der APA.

Tatsächlich wurden viele Vorkehrungen getroffen. Wie alle New Yorker Museen, die seit 24. August wieder öffnen dürfen, muss auch das Met die staatlichen Regeln einhalten, nämlich 25 Prozent Auslastung, zeitgesteuertes Ticketing und Mund-Nasen-Schutz. Das Museum verkauft auch seine eigenen Masken basierend auf seiner Kollektion, darunter Adolf Dehns "Spring in Central Park". Vor dem Betreten des Gebäudes wird außerdem die Körpertemperatur jedes Besuchers gemessen, die 100.4 Fahrenheit (38 Grad Celsius) nicht überschreiten darf.

Während der Pandemie wurde der W-LAN-Zugang im Museum verbessert, sodass Besucher Informationen auf ihre Handys herunterladen können. Es gibt Desinfektionsstationen an jeder Ecke und Fußbodenmarkierungen, die zu Social Distancing auffordern. Und zum ersten Mal wird es einen Parkservice für Fahrräder geben, da viele Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel immer noch meiden.

Endlich ist das Met auch in der Lage, seine Jubiläumsausstellung zu präsentieren: "Making The Met, 1870 - 2020", die sich auf die 150-jährige Geschichte der Institution konzentriert, aber Hollein zeigte sich demutsvoll. "Jetzt ist nicht der Moment unseren Geburtstag zu feiern... Jetzt ist der Moment wieder auf die Beine zu kommen und mit New York wieder eine Form der Normalität zu erreichen. In gewisser Hinsicht wird das 151. Jahr wahrscheinlich unser neues 150. sein."

Quelle: Agenturen