"Memorial Hospital" bei Apple TV+

11. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Die schrecklichen Bilder aus New Orleans gehen im August 2005 um die ganze Welt. Der gewaltige Hurrikan Katrina verwüstet große Teile der US-Golfküste, mehr als 1.800 Menschen sterben. Die Dämme brechen, New Orleans steht unter Wasser. Betroffene warten tagelang auf Hilfe, bei großer Hitze und knappen Vorräten. Die achtteilige Miniserie "Memorial Hospital" widmet sich ab Freitag (12. August) bei Apple TV+ den tragischen Ereignissen aus der Sicht einer Krankenhausbelegschaft.

Man steigt mit dramatischen Nachrichtenbildern in das Katastrophenszenario ein. Die Serie beruht auf wahren Begebenheiten, nach dem Sachbuch "Five Days at Memorial" der US-Journalistin und Pulitzer-Preisträgerin Sheri Fink. Die Macher greifen sich mit dem Memorial Medical Center einen besonderen Ort heraus. 2.000 Menschen, darunter schwerkranke Patienten und Personal, sind tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Mit jedem Tag verschlimmert sich die Lage, Trinkwasser wird knapp, Generatoren für Geräte und Klimaanlage versagen, der Strom fällt aus. Bei erdrückender Hitze spitzt sich die Situation in dem Krankenhaus katastrophal zu.

"Wir können nichts tun, als es ihnen erträglich zu machen", sagt die erschöpfte Ärztin Dr. Anna Pou (Vera Farmiga) mit Blick auf Schwerkranke, die in dem Chaos der Evakuierung zurückbleiben. Am Ende sind 45 Patientinnen und Patienten tot. Ein knappes Jahr später werden Pou und zwei Krankenpflegerinnen wegen Mordes angeklagt. Einige der Leichen wiesen Spuren von Morphin und anderen Substanzen auf, die in hohen Dosen zum Tod führen. "Ich habe versucht, den Leuten zu helfen, mehr habe ich nicht getan", weist Pou die Vorwürfe zurück.

Die Serie rüttelt auf und weicht schwierigen Fragen nicht aus. 17 Jahre nach Hurrikan Katrina, mitten in der Coronapandemie mit Notständen und medizinischen Engpässen, sind diese Inhalte erschreckend zeitgemäß. Die Serie beleuchtet hierbei auch das völlige Versagen der Behörden nach der verheerenden Flutkatastrophe. Die Hilfsmaßnahmen der Regierung unter US-Präsident George W. Bush liefen nur schleppend an. Memorial-Center-Patienten wurden erst nach Tagen mit Hubschraubern gerettet. Zögerlich reagierte damals auch der private Betreiber von LifeCare, einer Pflegestation in dem Krankenhaus mit besonders gebrechlichen Patienten, Hilfe zu schicken.

Zu den hochkarätigen Machern der Serie gehören Oscar-Preisträger John Ridley ("12 Years a Slave") und Emmy-Preisträger Carlton Cuse ("Lost"). Für Produzent und Regisseur Cuse ist das zurückliegende Überlebensdrama im Memorial Medical Center eine hochaktuelle Geschichte. Vera Farmiga ("Bates Motel") als Dr. Pou und Emmy-Preisträgerin Cherry Jones ("The Handmaid's Tale") in der Rolle der Pflegepersonalchefin Susan Mulderick, die damals zur Einsatzleiterin wurde, stellen starke Frauen dar. "Aber es sind auch Frauen, die unglaubliche Angst in der Situation hatten und trotz aller Widrigkeiten bis zum Ende mutig durchhielten", sagt Farmiga. Den Notstand in dem Krankenhaus vergleicht sie mit einem "Kriegsgebiet".

"Scandal"-Star Cornelius Smith Jr. (40) porträtiert einen der wenigen schwarzen Mediziner in der Ärzteriege. Die Serie würde Rassismus und Ungleichheit ganz klar thematisieren, sagt Smith. Armenviertel in New Orleans waren von Hurrikan Katrina besonders schwer betroffen.

(S E R V I C E - https://tv.apple.com/de)

Quelle: Agenturen