Pogo: Resetarits hat "vielen Menschen Kraft gegeben"

25. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

Nach dem Tod von Willi Resetarits erinnern der Musiker Marco Pogo und zwei seiner Wegbegleiter - Nikolaus Heinelt, der Organisator des Flüchtlingsballs, und Andrea Erslan-Weninger, die ehemalige Geschäftsführerin des Integrationshauses, an das gesellschaftliche Engagement des Künstlers.

Willi Resetarits, unter seinen Künstlernamen Dr. Kurt Ostbahn und Ostbahn Kurti legendär, verunglückte am Sonntag im Alter von 73 Jahren.

Für den Musiker und Lokalpolitiker Marco Pogo war und ist Willi Resetarits ein Vorbild. Dies betrifft nicht nur sein musikalisches Schaffen, sondern auch sein "soziales Engagement, abseits der Bühne". Gerade deswegen sehen Resetarits viele Menschen als Vorbild an – das Soziale sei auch das, was "weiterhin" bestehen bleibt, findet Pogo. "Vielen Menschen hat das Kraft gegeben".

Resetarits sei ein Mensch gewesen, der nie auf das humanistische Denken vergessen habe und immer "den Schwächsten unter uns helfen wollte".

Resetarits Andenken hochalten 

"Doppelt traurig" macht es Pogo, dass am Todestag Personen der rechtsextremen Identitären Bewegung auf das Ute-Bock-Haus geklettert sind und ein Plakat mit fremdenfeindlichen Parolen angebracht hätten. Auch deswegen sei es wichtig "das Andenken" an Resetarits hochzuhalten.

Pogo findet, dass jeder Mensch "stark seine Meinung in die Öffentlichkeit tragen" sollte, wenn diese "dazu beitragen kann die Gesellschaft besser zu machen". Dies habe auch Resetarits mit seinen vielen Projekten "beeindruckend gezeigt".

Letzter Auftritt am Flüchtlingsball

Nikolaus Heinelt, Organisator des Flüchtlingsballs, zeigt sich im Interview mit PULS 24 erfreut, dass Resetarits am Samstag noch den Flüchtlingsball eröffnen konnte: "Ich glaube für den Willi war das eins der wichtigsten Feste und Veranstaltungen, weil es einfach für sein Lebensprojekt und sein Herzensprojekt - für das Integrationshaus - war". Gerade deswegen sei es "schön", dass er "mit uns am Ball gefeiert hat".

"Lücke riesengroß"

"Die Lücke", die Resetarits hinterlässt, sei "riesengroß", sagt Andrea Erslan-Weninger, ehemalige Geschäftsführerin des Integrationshaus. Für sie wird diese Lücke "sehr schwierig zu schließen sein". Als ehemalige Geschäftsführerin des Integrationshaus hat sie 26 Jahre mit dem Künstler zusammengearbeitet. Diese Zeit beschreibt sie als eine "ganz tolle". Resetarits war immer "ein sehr politischer Mensch", dadurch sei auch im Zuge des Lichtermeers das Haus entstanden. Es sollte "ein Zeichen gegen Rassismus" und "für Integration sein". Für Erslan-Weninger sei es gelungen, "Projekte gemeinsam aufzubauen" und Resetarits "war mit einem Engagement dabei - das ist unvorstellbar". 

Für die ehemalige Geschäftsführerin war Resetarits "immer zur Stelle", wenn er gebraucht wurde. "Er war eine ganz wichtige politische Stimme", erklärt Erslan-Weninger, der immer "wusste, wo der Schuh drückt" und "was richtig ist, was zu machen ist". 

"Ideen und Gedanken" bleiben 

"Einen Willi kann es kein zweites Mal geben - er ist ein Gesamtkunstwerk", als Künstler und als Mensch, meint Erslan-Weninger. "Für mich ist es noch nicht da, dass der Willi nicht mehr da ist", sagt Heinelt. Für den Organisator des Flüchtlingsballs ist es wichtig, dass die "Ideen und Gedanken" von Resetarits "weitergetragen und weitervermittelt" werden. Deswegen werde auch der Flüchtlingsball weitergeführt werden. "Der Willie wird auch so mit dabei sein", findet der Organisator.

Das ganze Interview können Sie hier nachsehen:

Quelle: Redaktion / foj