APA/Oliver Berg

Kurator und Museumsdirektor Weiermair verstorben

30. Nov. 2021 · Lesedauer 3 min

Der Kunsthistoriker, Kurator und Museumsdirektor Peter Weiermair ist tot. Laut der Galeristin Ursula Krinzinger verstarb er vergangenen Freitag im Alter von 77 Jahren. "Peter Weiermair war einer der speziellsten und obsessivsten und für die Kunstszene wichtigsten Verleger, Erneuerer, Kunstvermittler, Kurator und Sammler im Österreich der letzten Jahrzehnte", so Krinzinger. Weiermair hatte etwa das Salzburger Rupertinum und die Galleria d'Arte Moderna in Bologna geleitet.

Weiermair habe Fotografie als Kunst und Kunst als Fotografie entscheidend mitbestimmt und international in ein neues Licht gerückt sowie junge Kunst national und international neu positioniert. "Die thematische Ausstellung als solche auf internationaler Ebene hat er mit erfunden. Er war ein großer Freund der Künstler*innen und Galerien, vor allem im menschlichen Bezug", heißt es in dem der APA übermittelten Schreiben weiter.

Mit Weiermair habe die bildende Kunst "einen der aktivsten und vielseitig tätigen Proponenten" verloren, reagierte Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) in einer Aussendung. "Seine Tätigkeiten als Verleger, Museumsdirektor, Ausstellungsmacher, Kurator, Initiator brachten eine große Bandbreite an außergewöhnlichen und glücklichen Aktivitäten für die bildenden Künste hervor. Sein Engagement erstreckte sich von konkreter Poesie, über Theorien zur Ausstellungsorganisation, Texte zu zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler bis hin zu einem großen Interesse für künstlerische Fotografie und insbesondere die Darstellung des Körpers."

Weiermair wurde am 22. April 1944 in Steinhörnig in Oberbayern geboren und wuchs in Innsbruck auf. Er studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Innsbruck und Wien, in den 1960er- und 1970er-Jahren schrieb er für die "Salzburger Nachrichten" Ausstellungsbesprechungen und kulturpolitische Kommentare. 1966 gründete er den Verlag "allerheiligenpresse", 1968 das "Forum für aktuelle Kunst" in Innsbruck, das er bis 1979 leitete. Neben seiner journalistischen Tätigkeit arbeitet Weiermair von 1969 bis 1979 in Innsbruck auch als Kurator an der Tiroler Landesgalerie Galerie im Taxispalais.

Ab 1980 leitete er den Frankfurter Kunstverein und war als Professor für zeitgenössische Kunst und Kunstvermittlung an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach tätig. 1997 erfolgte die Bestellung zum Direktor des Salzburger Rupertinums in Nachfolge von Museumsgründer Otto Breicha. 2001 wechselte er als Direktor in die Galleria d'Arte Moderna in Bologna, die er bis 2007 leitete. Nach seiner Zeit in Bologna lebte Peter Weiermair wieder in Innsbruck und arbeitete als freier Kurator vornehmlich in Österreich. So kuratiert er u.a. beim Europäischen Forum Alpbach und 2009 für die Kunsthalle Wien die Themenausstellung "Das Porträt. Fotografie als Bühne". 2014 war im Arnulf Rainer Museum in Baden die von Weiermair kuratierte Ausstellung "Rainer und die Alte Kunst" zu sehen.

Quelle: Agenturen