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Kunstbiennale Venedig will kulturelle Waffenruhe ermöglichen

Heute, 09:41 · Lesedauer 2 min

Die Kunstbiennale in Venedig soll nach den Worten ihres Präsidenten Pietrangelo Buttafuoco eine Art kulturelle "Waffenruhe" in einer von Konflikten geprägten Welt ermöglichen. Wo Kunst sei, gebe es Dialog, sagte Buttafuoco mit Blick auf die kommende Ausgabe der internationalen Ausstellung, die vom 9. Mai bis 22. November 2026 stattfindet. Daran beteiligen sich nach Angaben der Veranstalter 99 Länder - deutlich mehr als bei der Ausgabe 2024 mit 88 Staaten.

Zu den Teilnehmern zählen unter anderem Iran, Russland, Israel und Ukraine. Auch Künstler aus dem Gazastreifen sollen vertreten sein. Darüber hinaus wird ein palästinensisches Begleitprojekt unter dem Titel "Gaza - No Words" organisiert. Ebenfalls angekündigt ist eine Teilnahme des Heiligen Stuhls. Mehrere Staaten nehmen erstmals an der Kunstbiennale teil, darunter Katar, Somalia, Sierra Leone, Vietnam, Guinea, Äquatorialguinea sowie Nauru. Auch El Salvador wird erstmals mit einem eigenen Pavillon vertreten sein.

Buttafuoco sprach gegenüber der römischen Tageszeitung "La Repubblica" von einer "Diplomatie der Schönheit", die der besonderen Geschichte Venedigs entspreche. Die Lagunenstadt sei seit jeher ein Ort, an dem sich Völker begegneten. Die Biennale habe daher auch eine Art außenpolitische Rolle. Die Kunstbiennale zählt zu den wichtigsten internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Mit Blick auf die Rückkehr Russlands erklärte Buttafuoco, das Land besitze seit 1914 einen eigenen Pavillon in den Giardini der Biennale und sei seit 2022 nicht vertreten gewesen. Während der Ausstellung wolle man Persönlichkeiten aus verschiedenen Kriegsregionen einladen, um unterschiedliche Perspektiven zu hören.

Buttafuocos Worte lösten eine Reaktion des italienischen Kulturministers Alessandro Giuli aus. Er stellte in einer Pressemitteilung klar, dass die Entscheidung über eine Teilnahme Russlands allein von der Stiftung der Biennale getroffen worden sei. Die italienische Regierung habe sich zuvor gegen eine Rückkehr ausgesprochen.

Zusammenfassung
  • Die Kunstbiennale Venedig 2026 findet vom 9. Mai bis 22. November statt und verzeichnet mit 99 teilnehmenden Ländern einen neuen Rekord gegenüber 88 Staaten im Jahr 2024.
  • Unter den Teilnehmern sind Iran, Russland, Israel, Ukraine sowie Künstler aus dem Gazastreifen, und erstmals nehmen Länder wie Katar, Somalia, Sierra Leone, Vietnam, Guinea, Äquatorialguinea, Nauru und El Salvador teil.
  • Präsident Pietrangelo Buttafuoco bezeichnet die Biennale als kulturelle "Waffenruhe" und betont ihre außenpolitische Rolle, während die Rückkehr Russlands von der Biennale-Stiftung und nicht von der italienischen Regierung entschieden wurde.