APA - Austria Presse Agentur

Kult-Regisseur James L. Brooks feiert seinen 80er

09. Mai 2020 · Lesedauer 3 min

Ohne James L. Brooks hätten es Stars wie Jack Nicholson oder Shirley MacLaine in Hollywood wohl nicht so weit gebracht. Nicholson verdankt der Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Drehbuchautor gleich zwei seiner drei Oscars. Brooks, der am Samstag (9. Mai) 80 Jahre alt wird, castete Nicholson unter anderem 1984 für das Mutter-Tochter-Drama "Zeit der Zärtlichkeit".

Ohne James L. Brooks hätten es Stars wie Jack Nicholson oder Shirley MacLaine in Hollywood wohl nicht so weit gebracht. Nicholson verdankt der Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Drehbuchautor gleich zwei seiner drei Oscars. Brooks, der am Samstag (9. Mai) 80 Jahre alt wird, castete Nicholson unter anderem 1984 für das Mutter-Tochter-Drama "Zeit der Zärtlichkeit".

Nicholson holte den Oscar als bester Nebendarsteller, Shirley MacLaine die Trophäe als beste Hauptdarstellerin. Doch die eigentliche Sensation auf der Oscarbühne war damals Hollywoodneuling Brooks. Mit 43 Jahren hatte er gerade seinen ersten Spielfilm gedreht und gewann auf Anhieb die Trophäen als bester Regisseur, Drehbuchautor und den Spitzen-Oscar als Produzent des besten Films. Er gehört damit zu einer kleinen Elite von Multitalenten, darunter Billy Wilder, Francis Ford Coppola und Peter Jackson, die in einer Oscar-Nacht gleich drei Preise abräumen konnten.

Der gebürtige New Yorker Brooks ist ein Hollywoodsonderling. In seiner langen Laufbahn drehte er gerade sechs Spielfilme, doch acht Mal wurde er für einen Oscar nominiert. Ein Hit war auch die Mediensatire "Nachrichtenfieber-Broadcast News" (1987) über ein romantisches Dreiecksverhältnis im knallharten Journalistenmilieu eines amerikanischen Nachrichtensenders.

Das Arbeitsmilieu bei US-Networks kannte der Regisseur aus eigener Erfahrung. In den 1960er Jahren startete er als Nachrichtenschreiber in New York, in Hollywood stieg er dann zum TV-Produzenten auf. Der erste Hit war die freche "Mary Tyler Moore Show" (1970-1977) über eine unverheiratete TV-Produzentin bei einem Nachrichtensender, die ihr Singleleben auskostet und beruflich Erfolg hat.

Brooks holte damals die ersten seiner inzwischen 20 Emmy-Trophäen, weitere räumte er vor allem mit der Kultserie "Die Simpsons" ab. Zusammen mit dem "Simpsons"-Schöpfer Matt Groening machte Produzent Brooks die schräge Familie um Vater Homer und Mutter Marge zur langlebigsten US-Hauptabendserie und zu einem der erfolgreichsten TV-Formate der Welt.

Beim New Yorker Tribeca Film Festival im vorigen Jahr feierten Groening und Brooks das 30. "Simpsons"-Jubiläum. In einer Talkrunde witzelte der Produzent über seinen Erfolg. Er habe sich als Schüler immer als "totaler Verlierer" gefühlt. Tatsächlich war er in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, der Vater hatte die Familie früh verlassen.

Auf die Frage, was ihn nachts wach halte, kam die bissige Antwort: "Ich leide an Schlaflosigkeit, seitdem Donald Trump Präsident ist." Auf Twitter, wo er sich als "Autor, Regisseur, normaler Typ" beschreibt, teilt Brooks oft gegen den US-Präsidenten aus.

Mit der Beziehungskomödie "Woher weißt du, dass es Liebe ist?" brachte Brooks 2010 sein letztes Regiewerk auf die Leinwand. Dafür konnte er Hollywoodstars wie Reese Witherspoon, Owen Wilson und Paul Rudd als Hauptdarsteller gewinnen. Auch Jack Nicholson - in seinem bisher letzten Auftritt - ist in einer Nebenrolle dabei.

Quelle: Agenturen