Kokoschka-Preis an Kunstduo Knebl und Scheirl
Wenngleich beide auch unabhängig voneinander starke, eigenständige Oeuvres aufweisen würden, ehre die Jury beider Auftritte als Duo "als eine medial vielschichtige künstlerische Praxis, die durch den wechselseitigen Bezug ihrer Arbeiten eine präzise performative Weiterentwicklung von Konzeptkunst, Malerei und Installation ermöglicht". "Die in den künstlerischen Arbeiten stets sichtbare, inspirierende Thematisierung von queer-feministischen und Trans*-Körperdiskursen weist direkte, zuweilen explizite Bezüge zur Auseinandersetzung mit Geschlechtsidentität und Sexualität in der Moderne auf, wie sie auch das Werk von Oskar Kokoschka prägt", so die Jurybegründung.
Jakob Lena Knebl studierte Mode bei Raf Simons an der Universität für angewandte Kunst und textuelle Bildhauerei bei Heimo Zobernig an der Akademie der bildenden Künste. Knebl leitet heute die Abteilung für Transmediale Kunst sowie das Institut für Bildende und Mediale Kunst der Angewandten. Arbeiten waren zuletzt etwa im mumok, im Lentos Museum Linz oder dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt zu sehen.
Ashley Hans Scheirl entwickelte nach Studien in Wien und London ein umfangreiches Werk aus den Bereichen Film, Performance, Sound und Malerei. Noch bis zum 1. Februar 2026 ist eine große Werkschau von Ashley Hans Scheirl im Belvedere 21 zu sehen.
Gemeinsam vertraten Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl 2022 Österreich bei der 59. Biennale in Venedig und hatten weitere große gemeinsame Ausstellungen, etwa bei der Biennale in Lyon (2019/20), im Kunsthaus Bregenz (2020/21) sowie zuletzt im Palais de Tokyo, Paris (2023/24). Der Oskar-Kokoschka-Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert.
Zusammenfassung
- Der Oskar-Kokoschka-Preis 2026 geht an das Kunstduo Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl, wie die Jury am Donnerstag bekanntgab.
- Das Duo wird für seine medial vielschichtige künstlerische Praxis ausgezeichnet, die Malerei, Film, Design, Sprache, Performance und Raumbezüge verschränkt und queer-feministische sowie Trans*-Körperdiskurse thematisiert.
- Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben; aktuell ist eine große Werkschau von Scheirl bis 1. Februar 2026 im Belvedere 21 zu sehen.
