APA/APA/Galleria d'Arte Moderna Ricci Oddi, Piacenza/Galleria d'Arte Moderna Ricci Oddi,Piacenza

Klimt-Bild: Galerie will keinen Finderlohn zahlen

Um das 2019 im norditalienischen Piacenza wiederaufgetauchten Klimt-Gemälde "Bildnis einer Frau" droht ein Rechtsstreit um einen möglichen Finderlohn auszubrechen.

Die Kunstgalerie Ricci Oddi in Piacenza, Eigentümerin des Klimt-Bildes, weist die entsprechende Forderung der beiden Gärtner zurück, die das Bild im Dezember 2019 in einem Verschlag gefunden hatten.

Rechtsstreit 

100.000 Euro verlangen die beiden Gärtner - ein Mazedonier und ein Ukrainer - von der Galerie Ricci Oddi dafür, dass sie bei der Reinigung einer Außenwand des Parks einen Müllsack fanden, in dem sie das 1997 aus derselben Kunstgalerie gestohlene Gemälde entdeckten. Die Pinakothek sei jedoch nicht bereit, die Forderung anzunehmen und haben bereits einen Anwalt beauftragt, sich mit dem Fall zu beschäftigen, berichteten italienische Medien. Die beiden Gärtner hätten inzwischen ihre Forderung auf 50.000 Euro halbiert. Die Galerie will nicht nachgeben.

Mehr dazu:

Die beiden Gärtner und ihr Anwalt Francesco Cogni beziehen sich auf einen Artikel des italienischen Zivilgesetzbuches, der das Recht auf 10 Prozent des Wertes von zufällig gefundenen und zurückgegebenen Gegenständen festlegt. Der Wert des Gemäldes wird auf 60 Millionen Euro geschätzt. Erwartet wird, dass es zu einem Rechtsstreit zwischen den Gärtnern und der angesehenen Galerie kommt.

23 Jahre verschwunden 

Das Gemälde war in den 1930er-Jahren vom Gründer der Pinakothek, dem norditalienischen Sammler Giuseppe Ricci Oddi, erworben und bis zum Diebstahl in der Galerie im Jahr 1997 aufbewahrt worden. Danach verschwand das Bild fast 23 Jahre in der Versenkung, bis es 2019 von den Gärtnern wiedergefunden wurde. Noch unklar ist, wie lange sich das Gemälde in seinem Verschlag befunden hatte. Auch die Umstände des Diebstahls sind noch zum Großteil im Dunkeln.

Eines seiner letzten Werke 

Das Bild wurde von Klimt in seinen letzten Lebensjahren geschaffen. Es ist Teil einer Serie von Damenporträts, die der Künstler in den letzten Lebensjahren gemalt hatte. Das zwischen 1916 und 1917 entstandene Gemälde zeigt Gesicht und Torso einer jungen Frau mit braunem Haar vor grünem Hintergrund.

ribbon Zusammenfassung
  • Um das 2019 im norditalienischen Piacenza wiederaufgetauchten Klimt-Gemälde "Bildnis einer Frau" droht ein Rechtsstreit um einen möglichen Finderlohn auszubrechen.
  • Die Kunstgalerie Ricci Oddi in Piacenza, Eigentümerin des Klimt-Bildes, weist die entsprechende Forderung der beiden Gärtner zurück, die das Bild im Dezember 2019 in einem Verschlag gefunden hatten.
  • Die beiden Gärtner hätten inzwischen ihre Forderung auf 50.000 Euro halbiert.