APA/APA/Lehar Festival Bad Ischl

Klassiker, Rarität und Mondflug bei Lehar Festival Bad Ischl

10. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Nach der Absage 2020 und einer der Pandemie angepassten Version im Vorjahr meldet sich das Lehar Festival Bad Ischl heuer mit dem Optimismus, von 9. Juli bis 28. August ein Programm wie vor Corona spielen zu können, zurück. Die Veranstaltungsreihe entführt in die Welt der Operette und auf den Mond: Neben dem Klassiker "Wiener Blut" von Johann Strauss und der Lehar-Rarität "Wiener Frauen" steht eine jazzige Version von Paul Linckes Revueoperette "Frau Luna" am Programm.

Die Operette sei "österreichisches Kulturgut", findet Intendant Thomas Enzinger, diesem Anspruch wolle er "gerecht werden, aber nicht nur in musealer Form", sondern zeitgemäß. Er inszeniert die Johann-Strauss-Operette "Wiener Blut", mit der das Festival im Kongress & TheaterHaus Bad Ischl eröffnet wird, selbst. Die musikalische Leitung dieser Produktion liegt bei Laszlo Gyüker. In dem "Volkstheater", gespickt mit "Bissigkeit und großer Unterhaltung", will Enzinger auch die österreichische Seele beleuchten, weshalb Sigmund Freud eine gewisse Rolle spielen wird, kündigte er in der Programmpressekonferenz am Dienstag an.

Paul Linckes Revueoperette "Frau Luna", die ursprünglich bereits 2020 geplant war, kommt nun mit etwas Verspätung auf die Bühne, Premiere ist am 16. Juli. Das Stück ist rechtefrei, daher habe man viele Freiheiten und sich für eine Jazzversion (musikalische Leitung: Christoph Huber) entschieden. "Am Mond darf man alles und das werden wir gnadenlos ausnutzen", verspricht Regisseur Ramesh Nair, der an der Seite von Patricia Nessy (Frau Luna) selbst den Prinz Sternschnuppe gibt, viel Tanz, Revue und Humor. "Wir werden klotzen - im Rahmen unserer Mittel."

Was die Mittel angeht, so verfügt das Festival über ein Budget von 1,4 Millionen Euro. Die neue Präsidentin Brigitte Stumpner betonte, dass die Eigenfinanzierungsquote bei 85 Prozent liege, "das ist einzigartig in Österreich, wahrscheinlich auch in Europa". Vor der Pandemie zählte man bis zu 24.000 Besucher, heuer will man an dieses Niveau wieder anschließen. Der Vorverkauf laufe gut, man liege derzeit zehn bis 15 Prozent besser als in früheren Jahren.

Die dritte Produktion ist die eher selten gespielte Lehar-Operette "Wiener Frauen" (Premiere: 12. August), eine Verwechslungskomödie, die Angela Schweiger inszenieren wird. Musikalischer Leiter ist Marius Burkert. Zu den insgesamt drei Operetten kommt noch ein buntes Rahmenprogramm, u.a. mit einigen Konzerten, mit einer Ausstellung von Betonbildern des Bad Ischler Künstlers Stephan Unterberger und einem Musiktheater-Workshop für Kinder zugunsten der Ukraine-Hilfe.

(S E R V I C E - https://www.leharfestival.at)

Quelle: Agenturen