APA - Austria Presse Agentur

Joseph Haydn als Namensgeber für ungarisches Musikzentrum

04. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Joseph Haydn fungiert als Namenspatron eines neuen Zentrums zur Erforschung und Pflege der Alten Musik in Ungarn: Haydneum heißt die neugegründete Institution mit Sitz in Budapest, die am heutigen Montag mit einem großen Festival offiziell eröffnet wird. Das Ziel der staatlichen Neugründung ist die Repopularisierung der Alten Musik in Ungarn.

Den Kern des Interesses bildet dabei Musik zwischen Barock, Wiener Klassik und Frühromantik mit Ungarnbezug, also grob aus der Zeit zwischen 1630 und 1830. Der Ungarnbezug wird dabei weitgefasst und umfasst einerseits in Ungarn komponierte Werke, andererseits aber auch Stücke anderer Provenienz, die sich in ungarischen Bibliotheken und Archiven finden.

Entsprechend groß ist die Rolle, die Joseph und sein Bruder Michael Haydn in der Arbeit der Stiftung spielen. "Haydns Name und Persönlichkeit steht für das ungarische Musikleben dieser Zeit. Insofern war es ganz logisch, dass er Namensgeber des Haydneums wurde", heißt es zur Begründung. Zugleich will das Haydneum sich aber auch unbekannteren Kollegen wie Benedek Istvánffy, Frédéric Kalkbrenner oder Franz Wenzel Zivilhofer widmen.

Dafür werden einerseits die Forschung und Archivarbeit finanziert sowie entsprechend kuratierte Notendrucke veröffentlicht. Und andererseits will man die Beliebtheit des Repertoires auch mit Aufführungen heben. Diese sollen dabei nicht nur in Budapest, sondern unter anderem auch in Schloss Esterháza in Fertőd nahe dem Neusiedlersee stattfinden, dem einstigen Arbeitsplatz Joseph Haydns als Teil des Hofstaats von Nikolaus I. Joseph Esterházy.

Das feierliche Inaugurationsfestival des Haydneums ist nun allerdings in der ungarischen Hauptstadt angesetzt. Das erste Konzert am heutigen Montagabend rückt im Palast der Künste Müpa nicht nur Joseph und Michael Haydn ins Zentrum, sondern auch erst zu entdeckende Komponisten wie Johann Georg Albrechtsberger. Interpretiert werden die Werke auf Originalinstrumenten vom Orfeo Orchester respektive vom Purcell Choir, den beiden Residenzensembles des Haydneums.

In den kommenden Tagen bis zum 6. Oktober sind dann Konzerte im Carmelita Kloster, der Universitätskirche und der Liszt Akademie angesetzt. Dabei intonieren prominente Klassikvertreter wie der Dirigent Christophe Rousset mit seinen Les Talens Lyriques, Tenor Martin Mitterrutzner oder das Freiburger Barockorchester Stücke von Tonsetzern wie Gregor Joseph Werner, Pál Esterházy oder Johann Nepomuk Hummel.

(S E R V I C E - https://haydneum.com/en/progs/haydneum-opening-festival/)

Quelle: Agenturen