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Johann-Strauß-Jubiläumsjahr 2025 soll "andere Wege gehen"

05. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

An Johann Strauß kommt man in Wien nicht vorbei, schon gar nicht 2025: In zwei Jahren jährt sich der Geburtstag des Walzerkönigs zum 200. Mal, was mit einem bunten Veranstaltungsreigen gefeiert werden soll. Roland Geyer, seines Zeichens künstlerischer Leiter der dafür gegründeten Johann.Strauß-Festjahr 2025 GmbH, stellte am Montag erste Eckpunkte vor. "Sie dürfen sich einiges erwarten", versprach er ein sehr "breites Spektrum" an Events und Genres.

Das Logo für das Jubiläumsjahr ist ein aus den Anfangsbuchstaben J und S bestehender, spiegelverkehrter Notenschlüssel, im ersten Trailer sieht man u.a. ein Strauß-Porträt in einem Riesenrad und natürlich einige unvermeidliche Fledermäuse. Dem baldigen Jubilar, der mit seinen Operetten und Walzer-Kompositionen Musikgeschichte geschrieben hat und "ohne Zweifel der weltbekannteste Wiener Komponist" (Geyer) ist, wird man 2025 in unterschiedlichster Form begegnen: Von Konzerten über Musiktheater, Installation und Film bis zu digitalen Projekten und Open-Air-Events reichen die Ideen.

Derzeit befinde man sich noch am Anfang der Planungsphase, verwies Geyer auf bereits viele geführte Gespräche mit Wiener Kulturinstitutionen. Einbinden will man die ganze Stadt, "von Hietzing bis Floridsdorf, vom Gartencafé bis zum Opernhaus". Den zeitlichen Horizont steckte Geyer "vom Neujahrskonzert bis zum Silvestertanz" ab. Und obgleich Strauß natürlich mit Operetten wie der "Fledermaus" oder dem "Donauwalzer" allgemeines Kulturgut ist, wolle man auch "ein bisschen andere Wege gehen". Wien solle jedenfalls "als vielleicht wichtigste Kulturmetropole" in die Welt hinausstrahlen.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit und Wertschöpfung habe man sich einiges vorgenommen, hofft man doch auf positive Auswirkungen für Wirtschaft, Tourismus und Kulturszene. Von der Stadt Wien werden die Vorhaben mit insgesamt 20 Mio. Euro subventioniert, 1,5 Mio. Euro davon für das heurige Jahr, um die ersten Aktivitäten sowie allfällige Arbeits- und Kompositionsaufträge vergeben zu können. Abseits von diesem Budget habe man "natürlich vor, nicht nur durch Sponsorship, sondern auch Kartenerlösen bei den Veranstaltungen" Einnahmen zu erzielen, so Geyer. Die GmbH selbst hat eine Laufzeit bis Ende April 2026, um auch die Nachbearbeitung und Dokumentation der Tätigkeiten entsprechend zu ermöglichen.

Aufgrund der Zeitspanne seien konkrete Vorhaben zwar noch nicht zu formulieren. "Derzeit haben wir 2025 einen leeren Acker, aber ich stelle mir vor, dass wir schaffen, ihn zu einer blühenden Wiese zu machen", formulierte es Geyer auf Nachfrage. Etwa ein- bis dreimal pro Monat wolle man "einen ganz speziellen Blumenstrauß herausblühen lassen". Eine Kooperation mit den Wiener Festwochen bei deren Eröffnung ist für Geyer "selbstverständlich", und auch mit den Philharmonikern und Symphonikern sei man schon im engen Austausch. "Das Feuer brennt nach wie vor in mir", zeigte sich der frühere Theater-an-der-Wien-Indentant voller Tatendrang. Das vollständige Jubiläumsprogramm wolle man spätestens bis 25. Oktober 2024, dem 199. Geburtstag von Strauß, vorstellen.

Bleibt noch die Schreibweise des Namens: Denn aus Johann Strauß wird nicht zuletzt für eine bessere internationale Vermarktung Johann Strauss. Das findet sich ab sofort in allen Publikationen und bei mit dem Jubiläumsjahr verbundenen Projekten. Nicht zuletzt gebe es dafür einige wissenschaftliche Hinweise, dass dies möglicherweise die korrekte Version sei, so Geyer. Einzig die von der Wien Holding gegründete Johann.Strauß-Festjahr 2025 GmbH, bei der neben Geyer noch Simon Posch (Direktor Haus der Musik) als kaufmännischer Geschäftsführer fungiert, bleibt bei der ß-Schreibweise.

(S E R V I C E - www.johannstrauss2025.at)

Quelle: Agenturen