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Joe Satriani beschwört auf neuem Album kolossale Sounds

09. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Er zählt eigentlich zu jener Generation radikaler Notenausspeier, die dem Rock 'n' Roll beinahe die Existenzberechtigung gekostet hätten - und doch ist er mehr als nur ein klassischer Gitarren-Shredder der 1980er. So lehrte Joe Satriani etwa Metallicas Kirk Hammet das Axtschwingen. Auf seinem neuen Album "The Elephants Of Mars" loggt sich "Satch" lieber in kolossale Sounds und Grooves ein, als Virtuosität zum Selbstzweck zu erheben - was er eigentlich schon immer getan hat.

"The Elephants Of Mars" ist genau genommen das 19. Studioalbum des 65 Jahre alten in San Francisco lebenden Gitarristen. Einen Namen gemacht hat er sich mit Alben wie "Surfing With The Alien" und "Flying In A Blue Dream".

Aber auch als Gastgitarrist bereicherte er Alben wie etwa Alice Coopers "Hey Stoopid" - gemeinsam mit seinem einstigen Schüler Steve Vai, der ebenfalls eine Klasse für sich darstellt. Auch Tom Morello von Rage Against The Machine gab er einst Gitarrenstunden. Mit Van-Halen-Frontmann Sammy Hagar spielte er in der Supergroup Chickenfoot.

So wirklich in das Universum von Mike Varney, der mit seinem eigenen Label eine Talenteschmiede für junge Gitarrengötter in den 1980ern darstellte, hat Satriani nie gepasst. Denn auch kommerziell außergewöhnlich erfolgreiche Instrumentals wie "Satch Boogie" bestachen immer eher durch solide Grooves und sattem, obertonreichen Sound, als durch High-Speed-Noten-Orgien. Diese Linie führt Satriani auf seinem neuen Album weiter und spricht noch mehr Bauch statt Kopf an.

Was den Hörer - der nicht notgedrungen bereits Fan sein muss - erwartet, war schon bei der ersten Auskoppelung "Sahara" zu hören: Ein Laid-Back-Instrumental mit - natürlich - exotischem Touch und einer Rhythmusgruppe, die dem Solo-Künstler würdig ist. Darunter Session-Drummer-Legende Kenny Aronoff und Bryan Beller am Bass. Im Titelstück nimmt man selbst die Elefanten deutlich wahr, "Sailing The Seas Of Ganymede" wird zum spacigen Klanggemälde. Und auch die Ballade "Faceless" lässt nicht kalt.

Quelle: Agenturen