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"Jedermann" nun nicht nur "reloaded", sondern auch "remixed"

Den "Jedermann", so wie Philipp Hochmair ihn sieht, gibt es bald nicht nur "reloaded", sondern auch "remixed". Während das 2014 ursprünglich für das Thalia Theater Hamburg entwickelte Solo mit der Band Die Elektrohand Gottes morgen, Freitag, im Burgtheater gastiert, steigt der Schauspieler am 13. März im Stadtsaal Wien mit Avantgarde-Musiker und Mashup-Künstler Kurt Razelli mit einer "remixed"-Version neu in den Ring: "Jedermann Razelli RMX".

"Ich habe den 'Jedermann' zu meinem Lebensthema gemacht", sagt Hochmair im Gespräch mit der APA. "Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Das Thema ist noch nicht zu Ende." Während "Jedermann Reloaded" sogar schon im Wiener Stephansdom gastierte und es in Salzburg auch schon eine "Symphonic Version" gab, ist das Remix-Projekt quasi ein back to the roots: "Es stimmt, ich bin mit 'Jedermann' in den großen Häusern angekommen. Ich sehne mich aber nach dem Avantgarde-Atem. Den können wir jetzt wieder heraufbeschwören - in einer Versuchsanordnung, die live stattfindet. Jetzt versuchen wir auch noch, 'Jedermann' tanzbar zu machen. Es ist ein Experiment, das wir da starten. Ich sehe das als Erweiterung, als Variation. Kurt hat ja eine ganz andere Gefolgschaft als ich. Ich freue mich auf diesen Dialog mit einer anderen Welt."

"Jedermann Razelli RMX" war schon länger geplant, dann kam Corona. Erst jetzt kann das 2020 erschienene Album mit der Bühnenfassung ergänzt werden. Kurt Razelli, der bei Live-Auftritten immer eine Arnold-Schwarzenegger-Maske trägt, wurde vor allem mit Web-Video-Mashups bekannt, bei denen er Found Footage Material neu bearbeitete (empfehlenswert etwa "Genug ist genug 2", featuring Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz). Den vielen auf YouTube abrufbaren Arbeiten gesellte er mit "TV Mania" auch eine Bühnen-Live-Version hinzu. Bewegtbild soll in "Jedermann Razelli RMX" jedoch nicht im Vordergrund stehen. "Es geht mehr darum, den Sound noch synthetischer zu machen, mehr Richtung Filmsoundtrack zu treiben", meint Razelli, der derzeit mit Austrofred an einem neuen Album arbeitet, aus dem die Single-Auskoppelung "VÖEST" kürzlich erschienen ist. "Sprache in Musik zu verwandeln ist mir ja nicht fremd - nur ist das diesmal anders instrumentalisiert, es gibt mehr flächige, filmische Klangwelten und weniger Hip-Hop. Vieles wird aber erst in Abstimmung auf der Bühne passieren."

Ex-Burgtheater-Ensemblemitglied Hochmair ist dagegen am Fernsehschirm sehr präsent. Derzeit läuft die letzte Staffel der "Vorstadtweiber", als Reinhard Heydrich überzeugte er kürzlich in der "Wannseekonferenz" mit der schneidend kalten Darstellung eines Bürokraten des Todes. Im April ist er in der ORF/ARD-Krimireihe "Blind ermittelt" in zwei neuen Fällen im Einsatz.

Derart intensive Film- und Fernsehtätigkeit lasse sich mit einem dauerhaften Theaterengagement nur schwer vereinbaren, sagt Hochmair. Auch deswegen habe er sich zuletzt auf der Bühne vor allem auf Soloprojekte (neben Hofmannsthal liefern da etwa Schiller oder Kafka die Textvorlagen) konzentriert. Aber nichts ist ausgeschlossen. Auch eine eventuelle Rückkehr auf den Salzburger Domplatz nicht? Dort war er 2018 im "Jedermann" aus dem Stand für den erkrankten Tobias Moretti eingesprungen und hatte fünf umjubelte Vorstellungen gespielt. Hochmair schmunzelt: "Solange ich mich bewegen kann, ist 'Jedermann' ein Thema für mich. Es ist ja ein Volksstück. Deswegen war mein Grundmotto immer: 'Jedermann' für jedermann. Das kann alles sein - Razelli oder auch der Domplatz."

(S E R V I C E - Philipp Hochmair & Kurt Razelli: "Jedermann Razelli RMX", Stadtsaal, Wien 6, Mariahilfer Straße 81, Premiere am 13.3., 19.30 Uhr, Weitere Termin: 27.3.2022 um 19.30 Uhr, www.stadtsaal.com; Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=CTeewvrYAYw; https://kurtrazelli.com/, Philipp Hochmair & Die Elektrohand Gottes: "Jedermann reloaded", Gastspiel im Burgtheater: Freitag, 4.3., 20 Uhr, www.burgtheater.at)

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  • "Ich habe den 'Jedermann' zu meinem Lebensthema gemacht", sagt Hochmair im Gespräch mit der APA.