APA - Austria Presse Agentur

HGM-Direktor erfreut über Bericht der Expertenkommission

02. Juni 2020 · Lesedauer 3 min

Erfreut hat man sich sowohl im Heeresgeschichtlichen Museum (HGM) als auch im zuständigen Verteidigungsministerium über den Evaluierungsbericht der Expertenkommission rund um Museumsbund-Präsident Wolfgang Muchitsch in der Ausstellung "Republik und Diktatur" gezeigt. Dieser ortet keine "expliziten Hinweise auf antisemitische, rassistische oder rechtsextreme Inhalte", wie es in dem Bericht heißt.

Erfreut hat man sich sowohl im Heeresgeschichtlichen Museum (HGM) als auch im zuständigen Verteidigungsministerium über den Evaluierungsbericht der Expertenkommission rund um Museumsbund-Präsident Wolfgang Muchitsch in der Ausstellung "Republik und Diktatur" gezeigt. Dieser ortet keine "expliziten Hinweise auf antisemitische, rassistische oder rechtsextreme Inhalte", wie es in dem Bericht heißt.

"Zunächst einmal bin ich froh, dass die Kommission eindeutig bestätigt hat, dass es in der Ausstellung 'Republik und Diktatur' keinerlei Verherrlichung rechten Gedankengutes und keine Verharmlosung der Diktatur 1933-38 und des NS-Regimes gibt", unterstrich HGM-Direktor M. Christian Ortner am Dienstag. "Auch wenn wir als Museum dies natürlich wussten, ist es schwer, gegen solche Vorwürfe vorzugehen." Das Ergebnis der Kommission bestätige das Haus in seinem Vorhaben, den Saal für den Zeitraum 1918 bis 1945 neu aufzustellen.

"Wir freuen uns über die gemachten konstruktive Anregungen und Verbesserungsvorschläge", so Ortner. Seitens des Verteidigungsministeriums bekräftigte ein Sprecher die Erleichterung, dass der Vorwurf rechtsextremer Tendenzen in dem Bericht nicht bekräftigt wurde. Dort hieß es allerdings, dass durch die Zusammenstellung der Objekte und deren "mangelhafte Kontextualisierung eine Missinterpretation der Inhalte möglich" sei. Empfohlen wird daher eine Neuaufstellung, von "objektbasierten Ad-hoc-Interventionen" wird abgeraten.

"Dass eine mehr als 20-jährige Ausstellung nicht mehr zeitgemäß ist, überrascht uns natürlich nicht", so Ortner, der darauf verweist, dass "im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten" bereits bisher laufend Verbesserungen - wie etwa die Aufarbeitung des Heldendenkmals in der Krypta - vorgenommen wurden. "Zugegebener Maßen waren wir über die seinerzeitige Berichterstattung etwas überrascht, welche das Museum und seine Mitarbeiter in ein politisches Eck gestellt hat, auch Vorwürfe des Rechtsextremismus kamen damals auf. Es war zu befürchten, dass damit unsere jahrelangen Anstrengungen das Museum zu modernisieren und für den Besuch attraktiv zu machen zunichtegemacht würden. Daher bin ich sehr froh, dass uns die Kommission von diesen unbegründeten Vorwürfen sozusagen frei gesprochen hat."

Was eine Neuaufstellung des betreffenden Saals betrifft, "klaffen Wunsch und Realität bei der Umsetzung oftmals auseinander", räumt Ortner mit Blick auf die Finanzierung ein, die aus dem laufenden Budget nicht möglich sei. "Vor allem was die kritisierte mangelnde Kontextualisierung betrifft, darf ich Ihnen verraten, dass an dieser bereits seit mehr als einem Jahr intensiv gearbeitet wird." Natürlich dürfe man sich "nicht der Illusion hingeben, dass eine Neuaufstellung ein leichtes Unterfangen ist; das ist der besonderen Komplexität und Sensibilität dieses Zeitabschnittes geschuldet", so Ortner, der nach dem Auslaufen seines Vertrags derzeit weiterhin mit der Führung des Museums betraut ist. Bezüglich einer Finanzierung für eine Neuaufstellung wollte sich das Verteidigungsministerium auf Anfrage nicht äußern.

Quelle: Agenturen