Heimische Museen warnen vor Budgetkürzungen
Da die österreichische Museumslandschaft höchst unterschiedlich sei und nicht alle Häuser über finanzielle Puffer verfügten, "braucht es differenzierte, weitsichtige Entscheidungen statt pauschaler Kürzungen nach Besuchszahlen", hieß es in einer Aussendung der nationalen Dachorganisation der Museen. Zudem sei es wichtig, neben den Besucherzahlen auch "die öffentlich weniger sichtbaren Bereiche der Museumsarbeit" wie Sammlungs- und Vermittlungsarbeit in die Bewertung mit einzubeziehen. Museumsbund-Präsident Matthias Beitl, Direktor des Volkskundemuseums Wien, sieht in der Krise "auch eine Chance, Museumsarbeit endlich anders zu bewerten und den Erfolg nicht nur an der Zahl von Ausstellungsbesuchen zu messen".
Gleichzeitig mit einem Appell an die österreichische Museumslandschaft, einander "in herausfordernden Zeiten" solidarisch und partnerschaftlich zu begegnen, verweist man auf die hohe volkswirtschaftlichen Effekte: "Die gesamtwirtschaftliche Leistung der Museen in Österreich übersteigt die öffentlichen Zuschüsse bei Weitem. Museen generieren etwa 180 Prozent der erhaltenen Subventionen als Wertschöpfung. (...) Außerdem tragen sie wesentlich zum Image Österreichs als Kulturnation und den damit verbundenen Tourismusströmen bei: Die Wertschöpfungseffekte im Tourismus betragen ca. 1,8 Mrd. Euro, die Impulse seitens der Museen sichern rund 30.800 Arbeitsplätze." Mit der Verwahrung von rund 100 Millionen Objekten in den musealen Sammlungen bewahre man "das kulturelle Erbe für die nachfolgenden Generationen".
(S E R V I C E - www.museumsbund.at )
Zusammenfassung
- Der Museumsbund Österreich warnt, dass geplante Budgetkürzungen zu Abstrichen bei Angeboten, Vermittlung, Öffnungszeiten und der Betreuung der Sammlungen führen würden.
- Museen generieren etwa 180 Prozent der erhaltenen Subventionen als Wertschöpfung, tragen rund 1,8 Milliarden Euro zur touristischen Wertschöpfung bei und sichern etwa 30.800 Arbeitsplätze.
- Die Dachorganisation fordert differenzierte, weitsichtige Entscheidungen statt pauschaler Kürzungen und betont die Bedeutung auch weniger sichtbarer Museumsbereiche wie Sammlungs- und Vermittlungsarbeit.
