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Harald Schmidt kommt in die Tiroler "Steudltenn"

05. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

Das Theaterfestival "Steudltenn" (19. April bis 6. August) in Uderns bringt heuer Entertainer und TV-Legende Harald Schmidt ins Zillertal. Auf der Bühne mit dem Festivalintendanten Hakon Hirzenberger will die frühere Late-Night-Show-Ikone dezidiert nicht aus seinem neuesten Buch lesen, sondern sich am 31. Mai mit diesem über "Leben, Gott und die Welt" unterhalten, wie die Festivalmacher unisono versicherten.

Der Abend mit einem der größten deutschen Fernsehstars aller Zeiten passe wohl auch gut zum "roten Faden" des Festivals, dem Hirzenberger am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Uderns den hehren Begriff "Erkenntnis" umhing. Diese Erkenntnis, so der Festivalintendant, sei in Zeiten von Fake News schwierig geworden. "Wir haben so viel Wissen wie nie zuvor und wissen dennoch oft nicht, auf welche Informationen wir uns verlassen können", so Hirzenberger.

Gefragt werde müsse deshalb auch, was das Theater und ein Theaterfestival an sich leisten und thematisieren könne, sagte er außerdem. So habe man etwa "Der Weltuntergang" von Jura Soyfer auf das Programm gesetzt, das vor kurzem zum Stoff für den Blockbuster "Don't Look Up" wurde. In diesem Stück bedrohe bekanntlich ein Komet ganz handfest die Erde, doch die Reaktion der Menschen sei "sehr eigen und wenig angemessen", meinte der künstlerische Leiter des Festivals.

Eine andere Ebene, wenngleich ebenfalls mit dem roten Faden des Festivals zu vereinen, macht die Uraufführung von "Odyssee in Rot-Weiß-Rot" von Werner Rohrhofer auf. In diesem Ein-Mann-Monologstück für und mit Martin Leutgeb geht es, wie Rohrhofer ausführte, um die "österreichische Beamten-Seele". "Ich wollte, dass es ein Fake-Stück ist, aber es ist wohl sehr viel Wirklichkeit darin enthalten", sagte Rohrhofer. Die Frage nach "wahr oder falsch" sei dabei aber dennoch zentral, so Rohrhofer.

Weiters am Spielplan des Festivals, das die Tiroler Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) als ein solches bezeichnete, bei dem sich Festivalmacher und Publikum emotional und intellektuell "im selben Boot befinden", stehen unter anderem die Wiederaufnahme von "Der Weibsteufel" von Karl Schönherr oder "Biografie: Ein Spiel" von Max Frisch.

Auch für die kleinsten Festivalbesucher soll gesorgt sein: "Nelson der Pinguin", aus der Feder von Hakon Hirzenberger, feiert beispielsweise nicht zum ersten Mal seine Aufführung in die "Steudltenn". 2023 soll es dann, anders als in diesem Jahr, auch den Spielort in luftigen Höhen in Hochfügen wieder geben, sagte Bernadette Abendstein, die für die Organisation des Festivals verantwortlich ist. "Und eventuell eine Überraschung, die mit Felix Mitterer zu tun hat", fügte sie etwas geheimnisvoll hinzu.

Quelle: Agenturen