APA - Austria Presse Agentur

Grazer Schloßbergbahn ist jetzt "Space*Object*Inbetween"

18. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Generationen von Grazern kennen die leuchtend roten Kabinen der Standseilbahn, wie sie den Schloßberg auf- und abfahren. Zumindest bis März kommenden Jahres sind die beiden Wagen nun als gespenstisch-weiß gemusterte Kunstobjekte unterwegs. Montagabend wurde die Bahn als "Space*Object*Inbetween" eingeweiht.

Generationen von Grazern kennen die leuchtend roten Kabinen der Standseilbahn, wie sie den Schloßberg auf- und abfahren. Zumindest bis März kommenden Jahres sind die beiden Wagen nun als gespenstisch-weiß gemusterte Kunstobjekte unterwegs. Montagabend wurde die Bahn als "Space*Object*Inbetween" eingeweiht.

Dabei handelt es sich um eine Arbeit des Grazer Urbankunst-Duos ASYNCHROME, bestehend aus Marleen Leitner and Michael Schitnig. Im Frühjahr war eine ähnlich konzipierte Zeichen-Installation der beiden im Österreichischen Kulturforum New York zu sehen.

Leitner und Schitnig haben die Idee für das um ein halbes Jahr nach hinten verschobene Grazer Kulturjahr 2020 weiterentwickelt. Mithilfe einer exklusiv entwickelten Folie haben sie ihre Zeichnungen mit ebenfalls extra angefertigten Spezialstiften auf den Glasfronten der Seilbahnkabinen angebracht. Thematisiert werden Transparenz und Digitalisierung, der "gläserne Mensch" sowie die Problematik fortschreitender Vernetzung und Überwachung, wie der kuratorische Beirat des Projekts, Roman Grabner, bei der Eröffnung erläuterte.

Durch elektronische Steuerelemente verändert sich die Durchsichtigkeit der Folie so, dass die Zeichnungen von ASYNCHROME einmal mit dem umliegenden Panorama als Hintergrund und dann wieder vor einer opaken Fläche auf Fenstern und Kabinendach erscheinen. Die beiden Wagen sind individuell gestaltet, sie fahren jeweils unter dem Motto "Change" (Veränderung) und "Offer" (Angebot).

So spektakulär sich die Entwicklungsgeschichte der Installation mit all ihren technischen Novitäten auch anhört, so vergleichsweise wenig spektakulär wirkt auf ersten Blick das Ergebnis. Das Künstlerduo hofft, dass sich die Fahrgäste mit dem Thema Durchsichtigkeit von Gegenstand und Mensch auseinandersetzen. Ob die knapp drei Minuten Fahrzeit der Schloßbergbahn für den unvorbereiteten Besucher dafür ausreicht, erscheint ein bisschen fraglich.

Derzeit ist noch nicht klar, ob und inwieweit die Schloßbergbahn nach der geplanten Dauer der Installation wieder in ihren gewohnten Zustand versetzt wird. Das wird wohl unter anderem davon abhängen, wie die Reaktion der Fahrgäste sein wird. In der Zwischenzeit bietet die altehrwürdige Aufstiegshilfe auf den Schloßberg - sie ist seit 1894 in Betrieb - jedenfalls einen durchaus erfrischenden Anblick und gleichzeitig einen anspruchsvoll-mehrschichtigen Ausblick auf die steirische Landeshauptstadt.

Quelle: Agenturen