Grazer Dramatiker|innenfestival geht dem "Verflechten" nach
Als einen Höhepunkt des von Drama Graz und UniT in enger Zusammenarbeit mit dem Next Liberty und dem Theater am Ortweinplatz entwickelten Festivals nannte Draxl das Stück "Leichter Gesang" von Nele Stuhler. Es wird vom Deutschen Theater zusammen mit dem inklusiven RambaZamba Theater aus Berlin zur Eröffnung am Vorabend des Festivals (26. Mai) im Orpheum auf die Bühne gebracht. Autorin Stuhler und Regisseur FX Mayr haben ein Stück in leichter Sprache entwickelt, "grandios gemacht", so Draxl. Metaphern werden wörtlich genommen, woraus lustige Situationen entstehen würden. Laut der Festivalleiterin ein "inklusives Ensemble, ohne dass es groß thematisiert wird".
Draxl hob auch "Staub ... a little mindblow*" von Natascha Gangl und dem Objekt- und Figurentheater spitzwegerich hervor. Dabei wird der unliebsame Lebensbegleiter Staub als Material gesehen, das uns verbindet (27. Mai, Next Liberty). Das Hessische Landestheater Marburg wird am 30. Mai in den Räumlichkeiten von Detroit der Helmut-List-Halle mit "Lebenlifehayat!" das Leben im Rap feiern. Es handelt sich um eine Uraufführung und ist für Publikum ab zwölf Jahren geeignet.
Premiere wird auch ein Stück von Johannes Hoffmann feiern, in dem Pilze eine Hauptrolle spielen: "Hässliches Tennis" wird am 28. Mai im Theater am Lend zu sehen sein - cremiges Weiß, Frottee und ein maroder Kunstrasen inklusive. Das Jugendstück "Kri" von Stefan Wipplinger, das 2025 den Retzhofer Dramapreis in der Kategorie "Junges Publikum" gewonnen hat, wird beim Festival ebenfalls gezeigt (28. Mai im TaO!). "Prishtina. The Premeditated Killing of a Dream", ein Gastspiel des ODA Theatres aus dem Kosovo, wird am 28. Mai im Orpheum uraufgeführt und entführt in die Nachkriegszeit vor 25 Jahren. Auch in diesem Bühnenbild werden Pilze eine zentrale Rolle spielen. Eine "Landschaft mit radioaktiven Hunden" von Espen Hjort wird am 29. Mai im Schauraum des Schauspielhauses Graz seine Premiere feiern.
Verleihung des niederländischen Vertaalprijs
Lisa Horvath wird am 29. Mai im Dom im Berg "Zoe", ein "immersives Science-Fiction-Gedicht", erstmals der Öffentlichkeit zeigen. Die Proben dafür hätten bereits begonnen, sagte sie am Donnerstag bei der Pressekonferenz. Es geht darin um die Beziehung von Mensch und Natur und sie versprach eine "immersive Erfahrung für das Publikum".
Abgesehen von zahlreichen weiteren Produktionen bietet das Festival auch ein Diskursprogramm, in dem abermals die Natur im Zentrum steht. "Drama Walks" werden in den Botanischen Garten führen und am 30. Mai wird im Heimatsaal des Volkskundemuseums der niederländische Vertaalprijs 2025 verliehen, eine Auszeichnung für besonders übersetzungswürdige Texte. Zudem wird der Vorjahressieger "POPulisme" von Eva Gouda vorgestellt.
Sorge um Zukunft des Festivals
Draxl bedankte sich bei der Programmpräsentation ausdrücklich bei ÖVP-Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl - und nicht bei der FPÖ-geführten Landesregierung - für die finanzielle Unterstützung: "Er hat uns wohl gerettet." Laut der Leiterin wurde um einen Dreijahresfördervertrag angesucht, vorerst aber nur zwei Jahre bewilligt. Sie sprach in diesem Zusammenhang die ORF-Landesabgabe an, die die FPÖ bekanntlich streichen will. Die Gelder aus dieser Abgabe dürften dann aber für den Kulturbereich fehlen. "Wir plädieren auf eine Verschiebung der Abschaffung, bis das Budget es besser zulässt", so Draxl. Ansonsten könne es sein, "dass wir in drei Jahren nicht mehr hier sitzen". Dank sprach sie auch der Stadt Graz und dem Bund sowie besonders den Sponsoren aus, die beinahe alle ihre Unterstützung erhöht hätten.
(S E R V I C E - www.dramatikerinnenfestival.at )
Zusammenfassung
- Das internationale Dramatiker|innenfestival in Graz findet vom 26. bis 31. Mai statt und stellt das 'Verflechten' von Natur und Mensch in den Mittelpunkt, inspiriert vom EU-Projekt 'Future Narratives for Planet Earth'.
- Zu den Höhepunkten zählen die Eröffnung mit 'Leichter Gesang' am 26. Mai, mehrere Uraufführungen wie 'Lebenlifehayat!' am 30. Mai, sowie Gastspiele aus Berlin, Pristina und Marburg.
- Festivalleiterin Edith Draxl äußerte Sorge um die Zukunft des Festivals, da statt der gewünschten Dreijahresförderung nur zwei Jahre bewilligt wurden und die Abschaffung der ORF-Landesabgabe droht.
