Giottos Glockenturm in Florenz wird restauriert
Das Gerüst, dessen Aufbau rund vier Monate und damit bis Juli dauern wird, ist eine technisch hochkomplexe Konstruktion. Es wurde so konzipiert, dass es von außen möglichst wenig sichtbar ist, die Aussicht für Besucher nicht beeinträchtigt und den Zugang im Inneren sowie zur Panoramaterrasse nicht einschränkt. Die Struktur ermöglicht eine abschnittsweise Restaurierung von oben nach unten. Nach Abschluss jeder Phase wird das Gerüst weiter nach unten versetzt, während der bereits restaurierte Teil für die Öffentlichkeit sichtbar bleibt.
Es ist das erste Mal, dass Giottos Glockenturm einer vollständigen Restaurierung unterzogen wird. Frühere, seit 1939 dokumentierte Eingriffe betrafen lediglich einzelne Teile des Bauwerks. Die Maßnahme sei dringend erforderlich, um die Sicherheit des Monuments zu gewährleisten, erklärte die Stiftung "Opera di Santa Maria del Fiore", die das Monument verwaltet. Besonders betroffen sind die Außenverkleidungen aus weißem Marmor, die starke Wetterschäden aufweisen - vor allem an den vorspringenden Elementen der oberen Terrasse.
Der Glockenturm von Santa Maria del Fiore wurde 1334 von Giotto begonnen, nach seinem Tod von Andrea Pisano weitergeführt. Die Skulpturendekoration ist mit 56 Reliefs und mit 16 lebensgroßen Statuen, Werken Florentiner Meister des 14. und 15. Jahrhunderts - darunter Andrea Pisano, Donatello und Luca Della Robbia - äußerst reich. Die Originale aller bildhauerischen Werke werden im Museo dell'Opera aufbewahrt.
400 Stufen führen hinauf zu Giottos Glockenturm, der eine fantastische Aussicht über die Dächer von Florenz bietet. Der Turm zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird jährlich von Millionen Menschen besucht.
Zusammenfassung
- Am 9. März startet die vierjährige Restaurierung des Giotto-Glockenturms in Florenz, die erstmals das gesamte Bauwerk umfasst und mehr als 7 Millionen Euro kostet.
- Ein technisch anspruchsvolles Gerüst, das in vier Monaten aufgebaut wird, ermöglicht während der Arbeiten weiterhin den Zugang für Besucher und eine ungestörte Aussicht.
- Die dringend notwendige Maßnahme betrifft vor allem die von Wetterschäden betroffenen Marmorfassaden und erfolgt abschnittsweise von oben nach unten, wobei restaurierte Teile jeweils sichtbar bleiben.
