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Friedrich von Thun hält auch mit 80 nichts vom Ruhestand

30. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Auch wenn er nun 80 Jahre alt wird, hält der österreichische Schauspieler und Dokumentarfilmer Friedrich von Thun nichts vom Ruhestand. "Ich habe das Glück, gerade mit viel Vergnügen meinem Beruf nachgehen zu können", sagte er jüngst der dpa anlässlich seines runden Geburtstages am Donnerstag. In der Tat ist der in München lebende Schauspieler sehr aktiv. So hat er etwa immer noch eine Hauptrolle in der ARD-Reihe "Zimmer mit Stall".

Anfang des Jahres war er im ZDF-Sechsteiler "Der Palast" zu sehen, zu Ostern hörte man ihn als Lehrer im Animationsfilm "Die Häschenschule - Der große Eierklau". Von Thuns Wunsch zum Geburtstag verwundert deshalb nicht: "Noch lange meine Aufgaben mit Würde leisten zu können." Schon zu seinem 75. Geburtstag hatte er dem Ruhestand eine Absage erteilt: "Ich habe nie die Leute verstanden, die sagen, sie wollen endlich in Rente gehen, damit sie Briefmarken sammeln oder ihren Schrebergarten pflegen können. Ich würde die Arbeit sehr vermissen", bekannte mit seiner gemütlich-sonoren bayerischen Klangfärbung.

Friedrich von Thun hat eine bewegte Vergangenheit. Er wurde 1942 in Kwassitz im heutigen Tschechien geboren. 1945 wurde seine Familie dort interniert und floh 1948 nach Österreich, wo er in Seckau in der Steiermark ein Internat besuchte. Nach dem Schulabschluss studierte er in München Germanistik und Theaterwissenschaften und nahm Schauspielunterricht - seine wahre Berufung, die er ab 1962 mit seiner ersten Rolle an den Münchner Kammerspielen im Drama "Gewitter am See" auch ausleben durfte.

Seit rund 60 Jahren steht er also auf der Bühne und vor der Kamera. Bekannt sind seine Auftritte in Serien wie "Der Bastian", "Die Verbrechen des Professor Capellari", "Der Bulle von Tölz" oder an der Seite Senta Bergers in "Die schnelle Gerdi". Auch in unzähligen Filmen spielte er mit, im Vietnam-Kriegsdrama "O.K." etwa, in der Literaturverfilmung "Eine blassblaue Frauenzeitschrift" oder in der Komödie "Helen, Fred und Ted", die ihm 2007 den Bayerischen Fernsehpreis einbrachte. Nebenbei drehte von Thun Dokumentarfilme. Und Steven Spielberg engagierte ihn als SS-Obersturmführer für das oscarprämierte Holocaust-Drama "Schindlers Liste".

Seine Leidenschaft für Film und Theater hat von Thun vererbt: Sein Sohn Max ("Waldgericht - Ein Schwarzwaldkrimi") schauspielert auch. Die Familie ist Friedrich von Thun wichtig, sein Sohn Max und seine Tochter Katharina Gioia ebenso wie seine Enkel. "Mit dem einen Enkel Latein zu machen und mit dem anderen Fußball zu spielen, ich mag das sehr gerne. Das ist mit die größte Freude, die man haben kann", sagte er 2019 der "Augsburger Allgemeinen".

Sein Sohn Max erinnert sich daran, dass er mit seinem Vater viel unterwegs war, etwa wenn der mal wieder für die Dokumentar-Reihe "Auf rot-weiß-roten Spuren" über seine frühere Heimat Österreich drehte. "Ich verbinde meine Kindheit insgesamt mit vielen Reisen und verständnisvollen Eltern, die jeden Ohrring, jede neue Haarfarbe und jeden Trend gelassen zur Kenntnis genommen haben", verriet der 45-Jährige mal dem Magazin "GQ".

Seinen Geburtstag will Friedrich von Thun in vollen Zügen genießen: "Je älter man wird, desto bewusster feiere ich meinen Geburtstag. Auch mit Freunden und vor allem mit der Familie."

Quelle: Agenturen