APA - Austria Presse Agentur

"Flight Attendant" bei Amazon: Schwarzhumoriges Whodunit

21. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Mit der Coronapandemie, die die Menschen buchstäblich auf den Boden gebracht hat, gehören Flugreisen im Grunde genommen der Vergangenheit an, aber das hat unseren Wunsch nach ausgefallenen Serien nur beflügelt. In "The Flight Attendant" spielt Kaley Cuoco ("Big Bang Theory") eine trinkfeste Stewardess, die in einen Mordfall verwickelt wird. Eine süchtig machende, schwarze Komödie. Ab Freitag (23. April) sind alle acht Folgen von Staffel 1 bei Amazon Prime Video abrufbar.

Cassie hatte eine durchzechte Nacht. Sie ist Flugbegleiterin und wird von Kaley Cuoco gespielt, die gerade zwölf Staffeln in der Hit-Sitcom "The Big Bang Theory" hinter sich gebracht hat. Sie plündert gerne die Mini-Wodkafläschchen an Bord und hat betrunkenen Gelegenheitssex mit Passagieren. Auf einem Flug nach Bangkok verabredet sie sich mit dem süßen Kerl namens Alex in 3C (Michiel Huisman, besser bekannt als der sexy Daario Naharis in "Game of Thrones"), mit dem sie noch während der Reise auf der Flugzeugtoilette verschwindet. In Thailand angekommen, landet sie in seinem Hotelzimmer. Als sie wieder aufwacht, liegt der schöne Fremde neben ihr - ermordet in einer Blutlache.

Das Problem ist: Cassie kann sich an nichts erinnern. Sie ist total verkatert. Hat sie ihn umgebracht? Nein, denkt sie, das kann nicht sein. Als nächstes tut sie so ziemlich alles, was man nicht tun sollte. Anstatt die Polizei zu rufen, gerät sie in Panik, macht den Tatort sauber, wischt den Boden auf und hinterlässt aus Versehen ihr eigenes Blut. Sie ruft an der Hotelrezeption an und legt dann panisch wieder auf und flieht - ziemlich schuldbewusst verkleidet - mit dem nächsten Flug zurück nach New York.

Von hier aus wird es nur noch seltsamer. Der Kerl in 3C ist immer noch Teil der Serie, denn während Alex sehr tot ist, ist er in Cassies Kopf sehr lebendig. Nach seinem Mord wird er Teil ihres Unterbewusstseins. Aus seiner Kehle sprudelt immer noch Blut. Aber das Ganze fühlt sich so echt an, dass sich zwischen Cassie und dem Alex, der nur in ihrem Kopf existiert, sogar eine kleine bizarre Romanze entwickelt.

Sie wird es dann auf sich nehmen, den Mord mit ihrer besten Freundin Anie (Zosia Mamet) und deren Freund Max (Deniz Akdeniz), einem Hacker, aufzuklären. In Rückblenden hat sie außerdem traumatische Kindheitserinnerungen, von denen einige Kaninchen, Blut und Bier enthalten.

So surreal wie es klingt, ist es auch, und das ist tatsächlich sehr erfrischend für eine Serie, die von einem Whodunit, zur Komödie und dann zum Drama wechselt. Als Cassie kann Kaley Cuoco, die auch Produzentin ist, nicht nur den humorvollen Charme, für den sie bekannt ist, einbringen, sondern auch mit einer emotionalen Verletzlichkeit neue Seiten von sich zeigen. Alfred Hitchcock, der den Humor im Horror sah und bekanntlich blonde, komplizierte Frauen bevorzugte, hätte die Darstellerin womöglich geliebt. Die 7. Folge trägt sogar den Titel "Hitchcock Double".

Die Regisseurin der ersten beiden Episoden, Susanna Fogel ("Bad Spies"), und Autor Steve Yockey ("Supernatural") haben die achtteilige Miniserie, die auf einem Roman des Literaten Christopher A. Bohjalian basiert, nach einem klassischen Krimi geschickt stilisiert. Hin und wieder ist der Bildschirm in drei Teile unterteilt, sodass man sehen kann, wie sich die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven entwirrt. Das ist ein Erzählstil, den man heutzutage nicht mehr oft sieht. Und rasante, jazzige Klavierstücke von Blake Neely ("Fluch der Karibik") verströmen "Catch Me If You Can"-Flair.

Quelle: Agenturen