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Filmstandort Wien boomte auch im Coronajahr 2021

24. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Der Filmstandort Wien schwang sich auch im Coronajahr 2021 trotz pandemischer Bedingungen zu neuen Höhenflügen auf. "Das vergangene Jahr war für die Vienna Film Commission das mit Abstand erfolgreichste", freute sich Geschäftsführerin Marijana Stoisits am Donnerstag bei der Bilanzpräsentation. So suchten 806 Projekte zur Bearbeitung an - ein Plus von 41 Prozent gegenüber 2020, als man 572 Vorhaben zählte, aber auch dem Vor-Coronajahr 2019, als man 684 Projekte betreute.

Trotz eines mauen Auftaktquartals zog auch die Zahl der Drehgenehmigungen letztlich auf 1.290 massiv an und überstieg ebenfalls das Vor-Coronajahr 2019, als man auf 1.090 Genehmigungen kam. An der Spitze der beliebtesten Bezirke für Dreharbeiten lag - wenn auch bei sinkender Tendenz - erneut die Innere Stadt (20,8 Prozent), gefolgt von der Leopoldstadt (11,3 Prozent), Landstraße (8,2 Prozent) und Döbling (5,5 Prozent).

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings angesichts der pandemischen Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr. "Das Einzige, wo wir noch nicht auf gleich sind, sind die internationalen Projekte", so Stoisits. 78 internationale Projekte bedeuteten zwar ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2020, allerdings ein deutliches Minus zur Vor-Corona-Zeit - zählte man doch 2019 noch 135 Vorhaben. Die meisten ausländischen Projekte kamen dabei aus Deutschland, gefolgt von Großbritannien und Frankreich.

Um deren Zahl ebenso wie jene der heimischen Vorhaben weiter zu steigern, sei nun endlich der Beschluss einer Investitionsprämie von Bundesseite notwendig, untermauerte Stoisits eine alte Forderung. "Es ist alles fix und fertig und liegt in den Schubladen - aber man muss die Dinge auch endlich einmal beschließen. [...] Alle Länder um uns herum haben ein solches Incentive, und wir immer noch nicht", ärgerte sich die Commission-Chefin.

Dass es sich hierbei nicht um Almosen, sondern sinnvolle Investitionen handle, zeige das Beispiel der erst vor wenigen Tagen in Wien abgedrehten Netflix-Großproduktion "Tyler Rake: Extraction 2" mit Hollywoodstar Chris Hemsworth. Hier stünden Ausgaben von 5,6 Mio. Euro Förderungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro gegenüber. Die Conclusio: "Es ist richtig viel Geld in der Stadt geblieben." Vom Werbewert für Wien gar nicht zu sprechen, so Stoisits: "In einer Zeit, in der die Tourismuswirtschaft am Boden liegt, ist es unheimliche wichtig, dass solche Produktionen zu uns ins Land kommen."

Immerhin auf Wiener Ebene solle in den kommenden Wochen ein solches "Vienna Film Incentive" präsentiert werden, kündigte in diesem Zusammenhang Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) an. Und auch beim Thema eine Studioneubaus im Hafengebiet stellte die Kulturpolitikerin Entscheidungen in absehbarer Zeit in Aussicht.

(S E R V I C E - www.viennafilmcommission.at/de/presse)

Quelle: Agenturen