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Film "Poor Things" gewinnt Goldenen Löwen in Venedig

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Bei den Filmfestspielen von Venedig ist der Film "Poor Things" des griechischen Regisseurs Giorgos Lanthimos mit dem Goldenen Löwen als bester Film ausgezeichnet worden. Als bester Regisseur wurde am Samstagabend der Italiener Matteo Garrone für seinen Film "Io Capitano" geehrt. Die Trophäen als beste Hauptdarsteller erhielten die US-Schauspielerin Cailee Spaeny in "Prisciilla" und der US-Schauspieler Peter Sarsgaard in "Memory".

Der japanische Regisseur Ryusuke Hamaguchi erhielt für seinen Film "Evil Does Not Exist" (japanisch: "Aku wa sonzai shinai") den Großen Preis der Jury. Ihr Vorsitzender war der US-amerikanische Regisseur Damien Chazelle. Die Filmfestspiele Venedig, die am 30. August begonnen hatten, zählen neben den Filmfestspielen in Cannes und der Berlinale zu den drei bedeutendsten der Welt. Im diesjährigen Wettbewerb hatten 23 Werke um die Preise konkurriert.

"Poor Things" ist eine experimentelle Variation der Frankenstein-Geschichte mit der US-Schauspielerin Emma Stone in der Hauptrolle. Weitere Rollen sind mit Willem Dafoe und Mark Ruffalo besetzt - und auch die deutsche Schauspielerin Hanna Schygulla ist kurz zu sehen.

Lanthimos pries bei der Preisverleihung vor allem seine Hauptdarstellerin. "Dieser Film ist vor allem die Hauptfigur Bella Baxter, dieses unglaubliche Wesen, und sie würde ohne Emma Stone, ein weiteres unglaubliches Wesen, nicht existieren", sagte der 50-Jährige am Samstag. "Sie ist der Film, vor und hinter der Kamera." Stone (34) war wie auch das restliche Schauspieler-Team von "Poor Things" wegen des Hollywood-Streiks nicht zu den Filmfestspielen Venedig gereist.

Der 50-jährige Regisseur Lanthimos ist bekannt für Filme wie "The Favourite - Intrigen und Irrsinn", "The Lobster" oder "The Killing of a Sacred Deer". In dem grotesken Märchen "Poor Things" spielt Stone eine schwangere Frau, die sich auf der Flucht vor dem Missbrauch ihres Mannes umbringt. Der Wissenschafter Godwin Baxter (Willem Dafoe) findet ihre Leiche, setzt ihr das Gehirn ihres ungeborenen Kindes ein und wiederbelebt sie. Sie wird nun Bella genannt und hat das geistige Alter eines Kindes, entwickelt sich aber stetig weiter.

Das Publikum folgt Bella dabei, wie sie lernt sich zu bewegen und zu sprechen. Schließlich flüchtet sie aus der Enge von Baxters Haus und lernt auf ihren Reisen das Leben kennen. Ihr Umfeld ist von ihrer vorurteilsfreien und sexuell freizügigen Art gleichsam irritiert und fasziniert.

In Griechenland löste die Nachricht vom Preis für "Poor Things" Begeisterungsstürme aus. "Lanthimos hat mit seinem Talent bewiesen, dass das griechische Kino und seine Schöpfer auf der internationalen Landkarte der Filmindustrie gleichberechtigt stehen können", erklärte am Samstagabend das Griechische Filmzentrum (HCC), das für die Förderung des Kinos in Griechenland zuständig ist. "Große Auszeichnung für den griechischen Regisseur in Venedig" titelten fast identisch alle griechischen Nachrichtenportale am Samstagabend. Die größte Sonntagszeitung "To Vima" meinte: "Und das ist der erste Schritt in Richtung einer brillanten Zukunft des Films, alles deutet darauf hin, dass der Film für den Oscar nominiert wird." Das Athener Nachrichtenportal "Protothema.gr" titelte: "Triumph in Venedig".

ribbon Zusammenfassung
  • Als bester Regisseur wurde am Samstagabend der Italiener Matteo Garrone für seinen Film "Io Capitano" geehrt.
  • Die Trophäen als beste Hauptdarsteller erhielten die US-Schauspielerin Cailee Spaeny in "Prisciilla" und der US-Schauspieler Peter Sarsgaard in "Memory".
  • Im diesjährigen Wettbewerb hatten 23 Werke um die Preise konkurriert.
  • In Griechenland löste die Nachricht vom Preis für "Poor Things" Begeisterungsstürme aus.