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"Es fühlt sich nach mehr an": Oska veröffentlicht Debütalbum

21. Feb. 2022 · Lesedauer 4 min

"Maria, stell dich darauf ein: Es kann nix passieren, es kann aber auch was passieren." Diesen Rat hat die junge Sängerin Maria Burger alias Oska von ihrem Produzenten und Kreativpartner Alex Pohn anlässlich ihres Debütalbums "My world, My love, Paris" erhalten. Nun, das "Nix" lässt sich wohl definitiv ausschließen, denn Oska hat abgeliefert. Die aufstrebende Musikerin besticht mit ruhigem Singer-Songwriter-Sound ebenso wie mit modernem Pop.

Und das ist alles kein Zufall, wie schon die im Vorjahr erschienene erste EP "Honeymoon Phase" deutlich machte. "Es war sicherlich eines der besten Jahre, die ich in meinem jungen Leben gehabt habe", schmunzelt Burger im APA-Interview. "Es gab so viele coole Momente. Das Album schließlich fertig zu machen, war auch extrem anstrengend. Aber blickt man zurück, erinnert man sich eigentlich nur an das Positive. Wie ein Kind kriegen irgendwie", lacht die Mittzwanzigerin. "Man vergisst den Schmerz."

Hören lässt der sich jedenfalls nicht, findet Oska doch eine gute Balance aus melancholischen, nachdenklichen Tönen und aufmunternden Momenten. Mal geben nur eine Gitarre oder ein Klavier den musikalischen Rahmen vor, dann sind es wieder behutsam gebaute Beats und atmosphärische Synthieflächen, über denen sich Burgers einnehmende Stimme entfaltet. Ihren ganz eigenen Klang zu finden, sei ein jahrelanger Prozess gewesen. Und doch sei für das Album schlussendlich viel auf den letzten Metern entstanden.

"Beispielsweise das erste Lied 'Too Nobody' ist ganz am Schluss hinzugekommen", erinnert sich Burger. "Mir war der Opener einfach extrem wichtig. Das Ende wiederum, 'Hallucinating', ist ein Lied, das ich vor vier Jahren geschrieben habe und das früh als Schlussnummer feststand. Eigentlich ist die Platte wie eine Momentaufnahme von einem richtig langen Moment", lacht die Künstlerin.

Wer ob des Titels an eine gänzlich dem Romantischen zugewandte Songsammlung denkt, irrt. Oska verarbeitet auf "My world, My love, Paris" unterschiedlichste Dinge. Natürlich spielen Beziehungen eine Rolle, aber auch ihre Familie oder das fiktive Ende der Welt, wie im Titelsong. "Darin geht es um das letzte Gespräch eines Liebespaares, bevor die Welt untergeht. Was könnten da die Gedanken sein? Würden wir nichts bereuen? 'Hallucinating' wiederum dreht sich um ein Mädchen, das Angst hat, wie ihr Vater zu werden, der psychische Probleme hat. Nach einem Erlebnis will sie mit ihm darüber reden, aber dann driften beide komplett ab."

Es sind kleine Erzählungen, die uns Maria Burger nahebringt - mit klug gewählten Worten und schönen Bildern. Eine Liebeserklärung an die Musik ist der angesprochene Opener "Too Nobody", der sich aber auch mit Unsicherheit auseinandersetzt. "Mir hat es am Anfang Angst gemacht, mit anderen Leuten Musik zu machen", so Oska. "Das Gefühl, dass man zu wenig, zu leise, zu schüchtern ist - eben 'too nobody', zu niemand." Andererseits stehe für sie fest, dass Musik immer eine Rolle in ihrem Leben spielen wird - selbst wenn sie für niemanden singen sollte, sondern nur für sich selbst.

All das macht aus "My world, My love, Paris" ein vielfältiges Hörerlebnis, das durch die Bank überzeugt. Dass es ein weiterer Schritt nach der EP ist, sieht auch die Musikerin selbst so. "Es fühlt sich nach mehr an. Es sind mehr Songs, es ist ein größerer Einblick in die vergangenen Jahre", so Burger. "All das macht einen Unterschied. Als ich das Album vor einigen Tagen bekommen habe, habe ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen können, diese blöde, kleine CD", lacht sie.

Auf ihre Erwartungen für die kommenden Monate angesprochen, erzählt Burger von dem eingangs zitiert Rat ihres Produzenten. "Es ist schön, weil ich selber eigentlich gar keine Erwartungen gehabt habe. Als wir mit dem Album fertig waren, war auch ich fertig mit der Welt. Ich war in der Schule, habe studiert, habe Musik gemacht - nie hat es eine Atempause gegeben. Nach dem Album aber hat es sie gegeben", meint Oska, die die Dinge weiter passieren lassen will. "Ich merke jetzt, dass Pläne da sind. Ich kann touren, größere Acts wollen mich als Support. All das freut mich so sehr." Und es wird wohl nicht das Ende ihrer Reise sein.

Quelle: Agenturen