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Ein halbes Jahrhundert am Puls der Zeit: Das oenm wird 50

11. Juni 2025 · Lesedauer 3 min

Ein Leuchtturm der Neuen Musik in Österreich feiert Geburtstag: Das in Salzburg angesiedelte Österreichische Ensemble für Neue Musik, kurz oenm, wird am 14. Juni 50 Jahre alt. Im Lauf des halben Jahrhunderts hat sich die anfangs recht kleine Gruppe zu einem Solistenensemble mittlerer Größe gewandelt, das weit über die Landesgrenzen hinaus gefragt ist. Zum Geburtstag gibt das oenm ein Jubiläumskonzert im eigenen Atelier, am 25. Oktober folgt ein großes Festkonzert.

Gegründet wurde das Ensemble vom späteren Rektor der Universität Mozarteum, dem Komponisten und Dirigenten Klaus Ager, aufgrund der "desolaten Situation der Neuen Musik zu dieser Zeit in Salzburg", wie er es später einmal formulierte. Gemeinsam mit dem Klarinettisten Ferenc Tornai versammelte er ein paar interessierte Freunde und Musiker um sich, die am 14. Juni 1975 im ORF-Publikumsstudio in Salzburg ihr erstes Konzert gaben. "Die Situation der Neuen Musik in Österreich in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren war aus den verschiedensten Gründen ziemlich schwierig, und es gab eigentlich wenig Möglichkeiten, sowohl Neue Musik zu hören, geschweige denn, als junger Komponist auch aufgeführt zu werden", erinnert sich Ager.

Das Ensemble wollte von der Stunde Null weg viele Bereiche der zeitgenössischen Musik in seine Programme aufnehmen, dazu wurden auch viele Kompositionsaufträge an junge Komponistinnen und Komponisten vergeben. Bis heute hat das oenm rund 400 Stücke uraufgeführt, viele davon auch als Auftragswerk.

Schon im Lauf der ersten Jahre traten die Musiker in fast allen Ländern Europas auf, besonders in Skandinavien und Frankreich, später kamen Korea und Ägypten dazu. Seit 2000 gastiert das oenm regelmäßig bei den Salzburger Festspielen, ebenso in Bregenz, bei Wien Modern, dem Festival Dialoge der Stiftung Mozarteum, den Osterfestspielen Salzburg, den Dresdner Tagen der zeitgenössischen Musik, dem Festival Ultraschall Berlin, der Münchner Biennale, dem Kunstfest Weimar, in der Elbphilharmonie und beim Warschauer Herbst.

Aktuell 20 Musikerinnen und Musiker im Ensemble

Seit 2011 bietet das oenm im intimen Rahmen des Salzburger Künstlerhauses sogenannte Atelierkonzerte, bei denen ein unmittelbarer Kontakt zum Publikum hergestellt wird. 2012 wurde es dafür mit dem Bank Austria Kunstpreis für Musikvermittlung ausgezeichnet. Und in diesem Rahmen wird auch der eigentliche 50er gefeiert: Emblematisch wird es bei diesem Jubiläumskonzert eine Uraufführung geben, und zwar des Stücks "G.A.J.A." des Ensemblegründers Klaus Ager. Erstmals in Österreich zu hören gibt es dabei außerdem die "Symphonie 3.0 für sechs Autohupen" von Moritz Eggert.

Am 25. Oktober wird dann bei einem Festkonzert in der Szene Salzburg das Werk "ARCHIPEL LIVE" von Clemens Gadenstätter uraufgeführt - ebenfalls ein Auftragswerk des oenm. Dieses wird am 23. und 24. November auch beim Festival Wien Modern zu hören sein.

Aktuell besteht das oenm aus 20 Musikerinnen und Musikern. Erster Gastdirigent ist seit inzwischen fast 30 Jahren - konkret seit 1997 - Johannes Kalitzke. Isabel Birgit Biederleitner hat mit Jahresanfang 2025 die künstlerische Geschäftsführung des Ensembles übernommen, Vorsitzender des Vereinsvorstands ist der Rektor der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Martin Rummel.

(S E R V I C E - https://oenm.at)

Zusammenfassung
  • Das Österreichische Ensemble für Neue Musik (oenm) feiert am 14. Juni 2025 sein 50-jähriges Bestehen und hat sich seit seiner Gründung 1975 in Salzburg zu einem international gefragten Solistenensemble mit aktuell 20 Musiker:innen entwickelt.
  • In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat das oenm rund 400 Werke uraufgeführt, viele davon als Auftragswerke, und ist regelmäßig bei renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen und Wien Modern vertreten.