APA/APA/dpa/Arno Burgi

"Drei Haselnüsse": Aschenbrödel ist nun Norwegerin

22. Dez. 2021 · Lesedauer 3 min

Der tschechische Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gehört zu den absoluten Weihnachtsklassikern der TV-Freunde und wird in Österreich auch heuer wieder von ORF 1 am Heiligen Abend ab 8.20 Uhr ausgestrahlt. Doch nun bekommt das Ost-Aschenbrödel nordische Konkurrenz - wurde das Werk doch in Norwegen als Remake neu verfilmt. Abrufbar bei Amazon Prime. Darin spielt die Musikerin Astrid Smeplass bei ihrem Filmdebüt die Titelfigur - und überzeugt.

Die 25-Jährige lernte für ihre Rolle des armen Mädchens, das zur Prinzessin wird, Reiten und Bogenschießen. Denn Prinz, Eule, Pferd, Ball, Täubchen und der verlorene Schuh - auch in der Neuverfilmung von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" nach dem Märchen von Božena Němcová ist alles vorhanden. Und doch wurde modernisiert und geändert. Das bezaubernd schöne Aschenbrödel ist nun blond statt brünett, selbstbewusst statt scheu. Die Märchenfigur steckt zwar genauso im historischen Kostüm wie ihr Pendant aus den 1970er Jahren, verhält sich aber eher wie eine moderne junge Frau. Lässt sie sich anfangs noch von der Stiefmutter niedermachen, wächst mit jeder Demütigung ihr Mut, sich zu wehren, auch gegen Spott von anderen.

Das Remake, im Original "Tre nøtter til Askepott", spielt im weiten, tief verschneiten Winterwunderland. Dort begegnen sich die schöne Magd, die von Stiefmutter und Stiefschwester traktiert wird, und der sensible Königssohn. Die Waise lehrt ihn, sein Pferd zu verstehen, und bewahrt den Hitzkopf beim wilden Wettreiten vor dem Absturz. Überhaupt: Das neue Aschenbrödel wartet nicht, bis es gefunden wird, und widersetzt sich der Stiefmutter, die herzlos, eiskalt und böse an die Disney-Figur Cruella De Vil ("101 Dalmatiner") erinnert.

"So sieht man sich wieder", bremst die Heldin in dem einer Eiskönigin würdigen Traumkleid auf dem Ball den schwarz gelockten Prinzen. Der will gerade nach draußen, stürmt fast an ihr vorbei. Kühn, mit einem gezielten Schuss, rechnet sie am Ende mit der Stiefmutter ab, und rettet den Liebsten. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Schauspielerin und Regisseurin Cecilie Mosli ("Furia") hat die altbekannte, von einem Autorenteam neu erzählte Geschichte berührend und spannend in Szene gesetzt. Spezialeffekte, wie sie vor knapp fünf Jahrzehnten noch unbekannt waren, sorgen mit Goldstaub oder Polarlichtern über der Tanzfläche für Magie, opulente Kostüme und Ausstattung für Staunen. Einige der Figuren haben andere Namen oder einen zeitgemäßen Touch. So ist der Schneider der Stiefmutter schwul, die Kumpel des Prinzen erleben ihr Coming-out und Aschenbrödel muss Pailletten farblich sortieren - auch das übernehmen die Täubchen. Alles da, um zumindest Neueinsteiger ins Aschenbrödel-Universum ohne Nostalgieballast zu begeistern.

(S E R V I C E - www.amazon.de)

Quelle: Agenturen