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Dauerbrenner "West Side Story"wieder auf Welttournee

09. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Rund 65 Jahre nach ihrer Uraufführung soll eine neue Version der "West Side Story" um die Welt gehen. Premiere ist nun in München, ab 31. Jänner wird das Musical bis 5. Februar sieben Mal in Wien (Stadthalle, Halle F) aufgeführt. Die Produktion setzt auf Tradition.

1957 wurde der Stoff in New York uraufgeführt. Angelehnt an Shakespeares Klassiker "Romeo und Julia" geht es um zwei rivalisierende Straßengangs an der damals noch von Arbeitern und Einwanderern geprägten Upper West Side und darum, wie der Amerikaner Tony, ein früherer "Jet", sich in die Puertoricanerin Maria aus dem Dunstkreis der "Sharks" verliebt.

Seit Jahrzehnten ist das Stück ein Welterfolg, Komponist Leonard Bernstein, Songtexter Stephen Sondheim, Choreograph Jerome Robbins und Autor Arthur Laurents veränderten damals für immer die Kunstform Musical. Sie brachten Elemente zusammen, die so vorher noch nie zueinandergefunden hatten, darunter anspruchsvolle Tanzszenen, unverwüstliche Songs wie "Somewhere" und "America" und ein Score, der auf revolutionäre Art Jazz, Oper und lateinamerikanische Tanzmusik verschmolz.

Weltweit hat es seitdem Dutzende große Produktionen und unzählige Schulaufführungen gegeben. Über drei Jahre lief das Stück am Londoner West End, ein Film 1961 machte Natalie Wood zum Star, 1980 folgte ein erstes Broadway-Revival, 2009 ein zweites, für das mehr als eine Million Tickets verkauft wurden. Zwei große jüngere Projekte standen unter keinem guten Stern. Eine 2021 nach langer Corona-Verzögerung in die Kinos gekommene Neuverfilmung von Steven Spielberg blieb mit einem weltweiten Einspiel von rund 76 Millionen Dollar hinter den Erwartungen zurück. Auch eine modernisierte 2020er-Broadway-Neuinszenierung des belgischen Regisseurs Ivo Van Hove mit Videoleinwänden und reduzierter Bühne floppte.

Die nun auch nach Österreich kommende Produktion hofft mit einem Traditionsansatz auf Erfolg und behält beispielsweise die ursprüngliche Choreographie bei. "Dieser Stoff wird aus gutem Grund geliebt", sagt Regisseur Lonny Price. "Die Musik ist in ihrer Zeit und an ihrem Ort verwurzelt, beispielsweise mit dem Mambo. Ich glaube, man muss sie dort belassen."

Das sieht auch der Sohn des berühmten Komponisten so. "Ich bin sehr glücklich darüber, dass diese neue Produktion sehr treu dem Original-Konzept folgt", sagte Alexander Bernstein der dpa. "Es ist einfach eine zeitlose Story, mit der Liebesgeschichte und der Tragödie. Es ist schockierend, wie relevant das gesellschaftlich und politisch noch ist." Price unterstreicht ebenfalls diesen Punkt und sagt: "Das Stück handelt davon, wie lächerlich Vorurteile sind." Er sieht auch internationale Bezüge. "Wir betonen die Fremdenfeindlichkeit und die Gewalt gegen Andersartige. Dieser Kontext spielt nicht nur in den USA eine Rolle."

Quelle: Agenturen