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Das Burgenland bekommt einen Archäologie-Masterplan

12. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die zahlreichen archäologischen Fundstellen im Burgenland sollen nicht nur dokumentiert und Stücke im Landesmuseum ausgestellt werden, mithilfe des Masterplans Archäologie soll Geschichte auch erlebbar werden. Acht Projekte daraus stellten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Arbeitsgruppenleiter Nikolaus Franz am Montag in Eisenstadt vor. 15 Mio. Euro werden investiert, aus dem Landesbudget und EU-Förderungen. Die erste Eröffnung ist für 2024 geplant.

2021 habe das Burgenland sein 100-jähriges Bestehen gefeiert, die Geschichte des Landes gehe aber viel weiter zurück, meinte Doskozil. "Funde wurden zwar gesichert und im Landesmuseum zur Schau gestellt, aber an den Plätzen der Geschichte haben wir sehr wenig gemacht. Das soll sich mit dem Masterplan ändern. Wir wollen an den Plätzen der Geschichte die Geschichte auch erlebbar machen." Neben der kulturhistorischen Bedeutung haben die Projekte, die sich von Nord bis Süd über das Bundesland erstrecken, auch eine kulturtouristische Bedeutung.

Die acht vorgestellten Initiativen sind "Flagship-Projekte, die in jeder Region beispielhaft für weitere Projekte sein sollen", erklärte Franz. "Herzstück" aus seiner Sicht wird dabei ein Besucherzentrum am Geschriebenstein, das als Ausgangspunkt für den Kulturtourismus im Süd- und Mittelburgenland fungieren soll und die Schwerpunkte Urgeschichte, Naturgeschichte und Astronomie abdeckt.

In Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) sei "Herausragendes" zu sehen, die Palastvilla sei nicht nur eine "römische Machtdemonstration", sondern auch ähnlich wie heute ein großer Verkehrsknotenpunkt in der Antike gewesen. Mitten im heutigen Ortskern hingegen wird in Müllendorf (Bezirk Eisenstadt Umgebung) seit 2019 und auch weiterhin gegraben. Herausfordernd ist hier laut Franz die Umsetzung einer modernen kommunalen Nutzung in Kombination mit archäologischer Präsentation und Forschung.

Besucher der Sonnentherme in Lutzmannsburg (Bezirk Oberpullendorf) sollen künftig auch für Geschichte interessiert werden. Durch Bepflanzung werden die Strukturen eines römisch-kaiserzeitlichen Militärlagers sichtbar. Geplant ist auch ein archäologischer Abenteuerspielplatz - mit einem Skaterpark, der an die sieben Hügel von Rom erinnern soll.

Weitere Projekte befinden sich in Weiden am See, in Deutschkreutz, Burg-Schandorf und in Rechnitz. Franz geht davon aus, dass sie in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden, sie alle befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Beim Schutzbaumuseum in Weiden am See etwa rechnet er mit einer Eröffnung 2024.

Quelle: Agenturen