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"Corsage" mehrfach für Europäischen Filmpreis nominiert

08. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Das Drama "Corsage" der Grazer Regisseurin Marie Kreutzer ist mehrfach für den 35. Europäischen Filmpreis nominiert. Der unkonventionelle Sisi-Film hat Chancen auf die Auszeichnung als bester europäischer Film. Zudem ist Kreutzer als beste Regisseurin und Vicky Krieps, die Sisi in "Corsage" verkörpert, als beste Schauspielerin nominiert. Das Spielfilmdebüt "Sonne" der Wiener Regisseurin Kurdwin Ayub findet sich in der Kategorie Europäische Entdeckung unter den Nominierten.

"Corsage" porträtiert die österreichische Kaiserin rund um ihren 40. Geburtstag. Der Film zeigt, wie schwer sich die Monarchin mit dem Älterwerden tut. Ausgezeichnet wurde das Historiendrama bereits beim BFI London Film Festival als "bester Film". Zudem ist "Corsage" von Österreich für den besten fremdsprachigen Film bei den Oscars ins Rennen geschickt worden. Um nun als bester europäischer Spielfilm ausgezeichnet zu werden, muss sich der Streifen gegen die Familiengeschichte "Alcarràs - Die letzte Ernte" von Carla Simón, das Jugenddrama "Close" von Lukas Dhont, den im Iran spielenden Thriller "Holy Spider" von Ali Abbasi und den Gewinner der Goldenen Palme in Cannes "Triangle of Sadness" von Ruben Östlund durchsetzen, wie die Europäische Filmakademie am Dienstag mitteilte.

Um die Regie-Auszeichnung rittert Kreutzer mit Lukas Dhont ("Close"), Jerzy Skolimowski ("Eo"), Ali Abbasi ("Holy Spider"), Alice Diop ("Saint Omer") und Ruben Östlund ("Triangle of Sadness"). Als beste Schauspielerin sind neben der luxemburgischen Krieps auch Zar Amir Ebrahimi ("Holy Spider"), Léa Seydoux ("An einem schönen Morgen"), Penélope Cruz ("Parallele Mütter") und Meltem Kaptan ("Rabiye Kurnaz vs. George W. Bush") nominiert.

Chancen auf die Auszeichnung als bester europäischer Dokumentarfilm haben etwa die Schweizer Produktion "Girl Gang" - der Film dokumentiert den Alltag einer Teenager-Influencerin -, der italienische Film "The March on Rome" oder auch "The Balcony Movie" aus Polen.

Ayubs "Sonne" folgt drei Freundinnen, die in Wien ein Handy-Video mit Burka aufnehmen und damit zu lokaler Berühmtheit gelangen. Der rohe und schnelle Streifen wurde bereits bei der Berlinale mit dem Debütpreis ausgezeichnet, erhielt den Spezialpreis der Grazer Diagonale und zuletzt den Wiener Filmpreis für den besten österreichischen Film. Beim Europäischen Filmpreis hat die 1990 geborene Regisseurin nun die Chance auf die Auszeichnung in der Kategorie Europäische Entdeckung. Ebenfalls nominiert sind "107 Mothers" (Peter Kerekes), "Love According to Dalva" (Emmanuelle Nicot), "Other People" (Aleksandra Terpinska), "Pamfir" (Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk) und "Small Body" (Laura Samanai).

Der Film "Vera" von Tizza Covi und Rainer Frimmel fand sich noch in der Vorauswahl. Er schaffte es aber nicht unter die Nominierten.

Der Europäische Filmpreis wird am 10. Dezember im isländischen Reykjavik verliehen. Er gilt als europäisches Pendant zu den US-Oscars. Im vergangenen Jahr war die österreichische Koproduktion "Quo Vadis, Aida?" über das Massaker in Srebrenica als bester europäischer Film des Jahres ausgezeichnet worden.

Quelle: Agenturen