APA - Austria Presse Agentur

Corona als Chance und Gefahr für Kunstfotografenszene

29. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Die pandemiebedingte Absage von Veranstaltungen und das Schließen der Kulturinstitutionen wirken sich - so wie in der gesamten Kulturbranche - auch auf die Pressefotografie im Bereich von Kunst und Kultur negativ aus. Werner Sobotka, Präsident der Photographischen Gesellschaft (PhG), sieht in der derzeitigen Situation aber auch eine Chance, wie er bei einer Podiumsdiskussion des Presseclub Concordia am Donnerstagabend sagte.

Die Diskussion fand im Rahmen einer virtuellen Vernissage statt, bei der österreichische Pressefotos aus der Kulturszene, die in den Räumlichkeiten des Presseclub Concordia ausgestellt sind, präsentiert wurden. Zu sehen sind - wenn auch derzeit nicht für die Öffentlichkeit - Fotografien heimischer Kulturschaffender aus sechs Jahrzehnten, darunter Elfriede Jelinek, Anna Netrebko oder Andre Heller.

Es sei natürlich tragisch, dass Großveranstaltungen abgesagt und Theater und Museen geschlossen sind, sagte Sobotka. Er sieht in der derzeitigen Situation aber auch eine Chance für Fotografen, "endlich auf die Einzelperson einzugehen". "Man könnte einzelne Künstler in Österreich dem Publikum näherbringen", sagte Sobotka. "Das vermisse ich."

Die Politik setze sich in der Krise zu wenig für die Kulturbranche ein, kritisierte Autor Gregor Auenhammer, der unter anderem für den "Standard" tätig ist. Die Kulturnation werde zwar in Sonntagsreden beschwört, die Realität sehe aber anders aus. "Die Kulturnation wird immer mehr zur Kulturnegation", sagte Auenhammer. "Dem gilt es entgegenzuwirken." Die Fotografie sei eine der Sparten, bei der das vergangene Jahr zu einer prekären Situation geführt habe.

"Wir haben eine Regierung, in der sich bis auf die Kulturstaatssekretärin und die Kulturstadträtin in Wien niemand für Kunst interessiert. Kultur ist nicht im Fokus", klagte auch der Fotograf und Filmemacher Lukas Beck, der mit einem Bild von Ostbahn-Kurti in der Ausstellung vertreten ist.

Um Fotografen in der Krise zu unterstützen, sollten Museen und andere öffentliche Institutionen Bilder über die Coronakrise aufkaufen, schlug Journalist Helmut Spudich vor. "Aufträge an Fotografen durch diese Institutionen, die der Sammlung und Dokumentation dienen, wären eine Form der Förderung."

Auch bei der neuen Digitalförderung für Medien dürfe der Bildjournalismus nicht vergessen werden, sagte Daniela Kraus, Generalsekretärin des Presseclub Concordia. "Ich hoffe, dass auch Innovationen, die sich auf Bildjournalismus beziehen, mitunterstützt werden."

Quelle: Agenturen